Berlinale

Ovationen für heimische Filme

15.02.2011

Beachtung für „Die Vaterlosen“, und „Mein bester Feind“.

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© Petro Domenigg / FILMSTILLS.AT
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Der heimische Film hat eine neue Autorin/Regisseurin, der eine große Karriere winken könnte. Marie Kreutzer (33) wurde am Sonntag, 13.2. bei der Berlinale für ihren Debütfilm Die Vaterlosen mit mächtigem Applaus gefeiert.

Starker Film
Die Steirerin lieferte einen der bisher stärksten ­Filme des Festivals. Tschechows Platonov dient ihr als Fundament für eine Story über eine Kommune am Lande. Als der Oberkommunarde (Johannes Krisch) stirbt, kommen die erwachsenen, nunmehr vaterlosen Kinder zum Begräbnis. Und sie wirbeln den Beziehungsstaub auf, der jahrelang unter den Teppich gekehrt wurde. Ein fesselndes Drama mit prächtigen Rollen für Talente wie Andrea Wenzl und Andreas Kiendl.

Nazi-Groteske
Am 16.2. gehört der Berlinale-Palast einem arrivierten Regisseur aus Österreich: Wolfgang Murnberger (Der Knochenmann) traut sich mit Mein bester Feind über das schwierige Genre einer ­Nazi-Groteske. Georg Friedrich und Moritz Bleibtreu sind Kindheitsfreunde, die zu Gegnern werden: Ersterer als SSler, Letzterer als jüdischer KZ-Häftling. Doch nach einem Flugzeugabsturz werden die Rollen getauscht. Ursula Strauss (Schnell ermittelt) spielt die weibliche Hauptrolle.

Shakespeare-Drama als moderner Actionreißer
Im bisher bescheidenen Wettbewerb trumpfte am Montag, 14.2. Hollywood-Star Ralph Fiennes (Der englische Patient) mächtig auf. Mit ­Coriolanus versetzt er als ­Regisseur und Hauptdarsteller das gleichnamige Shakespeare-Drama in die Gegenwart. Wenn Fiennes als römischer Feldherr in den Krieg gegen die Volsker zieht, liefert die Kamera Schlachtenbilder wie in einem Actionreißer. Die Dialoge hingegen sind original Shakespeare, mit gloriosen Parts für Vanessa Redgrave oder Gerard Butler.
Fiennes: „Seitdem ich Coriolanus vor zehn Jahren auf der Bühne spielte, ließ mich der Gedanke nicht los, dass man aus dem Stück einen tollen aktuellen Film machen könnte. Doch es dauerte Jahre, bis sich in meinem Kopf die Bilder formten.“


 
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