Entführungsthriller

"The Call": Halle Berry als Krisenhelferin

05.07.2013


Film über weite Strecken sehr spannend, aber mit äußerst plumpem Ende.

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Jordan Turner arbeitet in einem Callcenter. Das wäre nicht weiter ungewöhnlich, doch ihren Telefondienst leistet die Frau in einer Notrufzentrale. Jährlich gehen in den USA über den Notruf 911 knapp 190 Millionen Anrufe ein, am anderen Ende der Leitung spielen sich dabei stets größere und kleinere Dramen ab. Die psychische Belastung für die Krisenhelfer ist hoch - auch für die routinierte Jordan, die in "The Call - Leg nicht auf!" (ab 12. Juli im Kino) von Oscarpreisträgerin Halle Berry gespielt wird, die gleich zu Beginn des Films einen schweren Fehler begeht, der sie einige Monate später wieder einholt.

Hier der Trailer zum Film



Packender Thriller um Mädchen
Denn erneut meldet sich ein Entführungsopfer beim Notruf, und auch diesmal sieht es für das Mädchen (Abigail Breslin) nicht gut aus. Das Wertkartentelefon der verzweifelten Casey, die im Kofferraum eines Autos gefangen ist, lässt sich nicht orten, die Anleitung von Jordan scheint trotz hilfreicher Ideen nicht zu fruchten, Polizei und Hubschrauber können nicht helfen. Und auch ein aufmerksamer Passant landet schließlich nur als weiteres Opfer im Kofferraum des Wagens. Als der Kontakt zu dem Mädchen schließlich abbricht und die Polizei nicht fündig wird, macht sich Jordan selbst mit dem Auto auf den Weg.

Film mit atemberaubendem Spannungslevel   
Obwohl die meisten Figuren nur recht schematisch gezeichnet sind, gelingt es Regisseur Brad Anderson ("The Machinist") über weite Strecken des Films, ein atemberaubendes Spannungslevel zu erreichen. Die Parallelmontage aus Notrufzentrale und Kofferraum funktioniert ausnehmend gut, das Tempo der Erzählung ist hoch, das Dilemma der Protagonistin schnürt einem richtiggehend die Kehle zu. Das Leid zu hören, ohne wirklich eingreifen zu können, ist eng verbunden mit Hilflosigkeit und Schuldgefühlen: Was geschieht mit der Person am anderen Ende der Leitung, wenn der Anruf vorbei ist?

Ende bleibt unter Erwartungen zurück
Leider löst Anderson diese Trennung des Raumes auf, womit die Geschichte unrealistisch wird und die Spannung bald verpufft. Aus dem gut inszenierten Polizeifilm (übrigens mit allerlei Diskussionsstoff zur aktuellen Überwachungsthematik) wird "Das Schweigen der Lämmer" für Arme. Und wenn es dann schließlich zum Selbstjustizfinale kommt, fragt man sich, ob das wirklich notwendig war. Interessant übrigens, dass ursprünglich Joel Schumacher für die Regie vorgesehen gewesen wäre: Der hatte mit "Nicht auflegen!" und Colin Farrell in der Telefonzelle ja schon mal recht ähnlich gearbeitet.

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