Traditionsverlag

Ältester heimischer Verlag: Aus für Leykam in gewohnter Form

09.02.2026

Der älteste Verlag Österreichs hat sich zu einem drastischen Schritt entschlossen.

Zur Vollversion des Artikels
© Minitta Kandlbauer, privat
Zur Vollversion des Artikels

"Aus wirtschaftlichen Gründen", so heißt es in einem Statement auf Instagram, hat sich der Leykam Verlag "dazu entschlossen, keine neuen Buchprojekte im Bereich Publikumsbuch (Literatur, Kinderbuch, populäres Sachbuch) für 2027 und später abzuschließen."

Mehr zum Thema

Statement

Man werde sich auf wissenschaftliche und pädagogische Publikationen konzentrieren. Das Statement, bei dem die Kommentarfunktion deaktiviert wurde, erschien zeitlich nach einem Bericht im "Deutschlandfunk" und einem Posting vom renommierten Schriftsteller Michael Stavarič , der in den letzten Jahren einige mehrfach ausgezeichnete Kinderbücher bei Leykam  veröffentlichte.

Vielfach ausgezeichnet

Makaber: Die Nachricht vom Aus des Verlages in seiner jetzigen Form kam fast gleichzeitig wie die Nachricht, dass Michael Stavaričs "Tierisch wilde Schlafmützen" auf der ORF Kids Bestenliste des Monats gelandet ist. Leykam Bücher wurden in den letzten Jahren vielfach ausgezeichnet; auch dank der breiten Ausrichtung und der liebevollen illustratorischen Gestaltung. AutorInnen und Kulturschaffende zeigten sich in zahlreichen Postings auf Instagram schwer erschüttert.

Das war Leykam

Leykam wurde 1585 gegründet und stand laut Eigendefinition auf der Homepage "für einen traditionsreichen österreichischen Verlag mit einem breiten Œuvre und vielfältigen Themen." Autorinnen, die zuletzt mit ihren Büchern bei Leykam erfolgreich publiziert haben, sind u. v. a. Eva Reisinger zusammen mit Mareike Fallwickl ("Das Penismuseum"), Jaqueline Scheiber ("Dreimeterdreissig"), Kurt Palm ("Der Hai im System") oder Michael Köhlmeier ("Dr. Melchiors lustige Tiere").

Buchhändlerin Anna-Maria Laganda von Morawa auf der Mariahilferstraße erklärt: "Ein herber Verlust für die österreichische Verlagslandschaft und ein trauriges Zeitzeugnis für den Stand der Kulturbranche."

Weitere Artikel