Gold für "Honig"

Berlinale feiert türkischen Siegerfilm

20.02.2010

Auch der Regie-Altmeister Polanksi darf sich über einen (silbernen) Bären freuen.

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Die besten Bilder der 60. Berlinale

 

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Am Samstagabend strömten zum letzten Mal Stars und Sternchen über den roten Teppich in den Berlinale-Palast: Bei der Abschlussgala wurde der Goldene Bär vergeben. Der Goldene Bär der 60. Berlinale geht an den türkischen Film "Honig". Das teilte die Jury der Internationalen Filmfestspiele Berlin am Samstagabend mit. Regisseur Semih Kaplanoglu erzählt in "Honig" von einer Kindheit im ländlichen Anatolien. Nach 46 Jahren gewann damit erstmals wieder ein Film aus der Türkei einen Goldenen Bären. Rückblick auf Höhepunkte und Aufreger der Berlinale 2010.

Der Abwesende
Für seinen Politthriller "Der Ghostwriter" ist Roman Polanski mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet worden. Das gab die Jury der 60. Berlinale am Samstagabend bekannt. Der in der Schweiz unter Hausarrest stehende Polanski konnte den Preis nicht selbst entgegennehmen. Auch seine Hauptdarsteller Pierce Brosnan und Ewan McGregor waren der Gala fern geblieben. Stattdessen nahm der Produzent den Preis entgegen. Roman Polanski war der große Abwesende des Festivals. Der Kinomagier, für seinen Film Der Ghostwriter stürmisch gefeiert, konnte sich nur daheim im Schweizer Hausarrest über den Erfolg seines Politthrillers informieren lassen, der als hoher Favorit für eine Auszeichnung galt.

Die Stars
Pierce Brosnan und Ewan McGregor (Der Ghostwriter) sowie Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese (Shutter Island) ließen Hollywood-Glanz am Filmhimmel über Berlin erstrahlen. Indiens Megastar Shah Rukh Khan verzückte die Bollywood-Fans. Penélope Cruz, die angekündigt war, kam hingegen nicht zur Berlinale: Vielleicht, weil das Musical Nine, in dem sie neben Daniel Day-Lewis und Nicole Kidman spielt, längst als großer Flop gilt.

Der Aufreger
Tobias Moretti wurde für seine Darstellung des Schauspielers Ferdinand Marian mit Lob überschüttet – und doch löste Jud Süss – Film ohne Gewissen die heftigsten Buh-Rufe des Festivals aus. Viele Kritiker zerrissen Oskar Roehlers Film über die Entstehung des antisemitischen Nazi-Machwerks Jud Süss in der Luft. Unter anderem, weil Roehler zugeben musste, es mit der historischen Wahrheit nicht genau genommen zu haben.

Die wichtigsten Preisträger im Überblick:
Goldener Bär für den besten Film: "Honig" (Bal) (Türkei/Deutschland) von Semih Kaplanoglu
Silberner Bär/Großer Preis der Jury: "If I Want To Whistle, I Whistle" (Rumänien/Schweden) von Florin Serban
Silberner Bär für die beste Regie: Roman Polanski für "Der Ghostwriter" (Frankreich/Deutschland/Großbritannien)
Silberner Bär für die beste Schauspielerin: Shinobu Terajima in "Caterpillar" (Japan) von Von Koji Wakamatsu.
Silberner Bär für den besten Schauspieler zu gleichen Teilen an: Grigori Dobrygin und Sergei Puskepalis in "How I Ended This Summer" (Russland) von Alexei Popogrebsky.
Silberner Bär für das beste Drehbuch: Wang Qu'an und Na Jin für "Apart Together" (Volksrepublik China) von Wang Quan'an.
Silberner Bär für herausragende künstlerische Leistung (Kamera): Pavel Kostomarov für "How I Ended This Summer" (Russland) von Alexei Popogrebsky.
Alfred-Bauer-Preis für innovativen Film: "If I Want To Whistle, I Whistle" (Rumänien/Schweden) von Florin Serban.

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