Star der Berlinale
Ghostwriter: Neues Polanski-Meisterwerk
Während sein neuester Film "Ghostwriter" auf der Berlinale Erfolge feiert, sitzt der Meisterregisseur weiter in der Schweiz unter Hausarrest fest.
Die Berlinale hatte, so sickerte am Donnerstag durch, alles Erdenkliche versucht, um Roman Polanski nach Berlin zu holen. Vergeblich: Die Weltpremiere seines neuen Films Der Ghostwriter, ein möglicher Favorit für den Goldenen Bären, musste ohne den Regisseur stattfinden. Polanski steht weiter in der Schweiz unter Hausarrest.
So blieb es den Ghostwriter-Stars vorbehalten, das Loblied auf den Meisterregisseur zu singen. "Der Dreh war ein absolut magisches Erlebnis", sagte Pierce Brosnan. Ewan MacGregor: "Einen Regisseur wie Polanski habe ich noch nie erlebt. Er ist für meine Leistung mindestens ebenso stark verantwortlich wie ich selbst."
Ein Meisterwerk im
Stil von "Chinatown"
Demnächst
läuft Der Ghostwriter in Österreich an. Der Film ist, so Autor
Robert Harris, "ein Thriller im Stil der großen Polanski-Meisterwerke wie Chinatown."
Pierce Brosnan spielt in der Verfilmung des Robert-Harris-Bestsellers einen britischen Premierminister, dessen Vorbild von der ersten Sekunde an klar ist: Tony Blair. Ewan McGregor gibt den Ghostwriter, der die Biografie des Politikers schreiben soll. Doch er findet bedeutend mehr heraus, als für die Biografie notwendig und für seine Sicherheit zuträglich ist. Der Ghostwriter gerät in Lebensgefahr – und auch der Politiker steckt in der Bredouille. Er soll, so das Drehbuch, wegen seiner Verstrickung in den Irak-Krieg vor dem Gerichtshof in Den Haag angeklagt werden.
Ex-Bond Brosnan über seinen Part: "Ich habe viele Aufnahmen von Tony Blair gesehen, in denen er mir wie ein Shakespeare-Darsteller vorkam, in der Rolle eines aus der Gnade gefallenen Königs. Also bin ich hier ein Schauspieler, der einen Schauspieler spielt, der den Premierminister spielt."