Roman

Freudenthaler: Literarische Unterwerfung

04.03.2026

IRIS ist der neue Roman der Autorin.

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© Clemens Schmiedbauer
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Im März führt Laura Freudenthalers neuer Roman Iris die ORF-Bestenliste an (zusammen mit Norbert Gstreins Im ersten Licht).

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Lektüre muss erarbeitet werden 

Die vielfach ausgezeichnete, in Wien lebende Autorin (u. a. wurde sie mit dem Priessnitz- und dem Wildgans-Preis geehrt) hat mit Iris einen Text verfasst, der sich um eine Schriftstellerin mit dem titelgebenden Namen dreht. Iris ist viel unterwegs, auf Reisen in der ganzen Welt, das ist erschöpfend. In der Beziehung zu Künstler Anton (und anderen Männern) geht es um Arrangements, darum, wie sehr Sex Gewalt und Unterwerfung bedeuten darf …

Rätselhafter Fluss

Iris ist ein Buch, in dem die Sätze seitenweise fließen, dicht komponiert sind, es ist ein softer Stream of Consciousness, ein Handlungsstrom, in dem das Geschehen unmittelbar geschildert wird. Darauf muss man sich einlassen, das setzt Konzentration beim Lesen voraus. Hat man sich auf den Rhythmus erst einmal eingetaktet, merkt man deutlich, wie Form und Inhalt aufeinander abgestimmt sind. Denn auch in der Geschichte dreht sich alles darum, wer sich warum auf etwas einlassen will oder nicht. Das zieht sich bis zur Aufarbeitung der Vergangenheit, die Iris beschäftigt. Hexenverfolgungen sind dabei ein zentrales Bild in diesem betörenden Roman, der lange rätselhaft bleibt. 

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