Buchtipp
Parker: Jetzt wird "Anbandelt"
08.02.2026Bestsellerautorin Martina Parker ist mit Band sechs ihrer Reihe zurück.
2020 nahm sich die damalige Journalistin Martina Parker vor, Bestsellerautorin zu werden – jetzt ist sie das längst und mehr noch: Der erste Teil ihrer burgenländischen Gartenkrimis wurde erfolgreich verfilmt , es gibt mittlerweile Touren zu den Schauplätzen des Drehs und auch ein eigenes Buch zum Film.
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Neue Reihe
2025 hat Parker mit Miss Vergnügen eine neue Krimireihe gestartet. Darin lässt sie ihre Miss Brooks in Wien ermitteln. Jetzt ist mit Anbandelt der sechste Teil ihrer Reihe um den Klub der grünen Daumen druckfrisch zu haben. Darin verschlägt’s die Protagonistinnen rund um Journalistin Vera in einen Wüstengarten. Was ein netter Ausflug für die Frauen sein soll, wird einmal mehr zu einer Tatortbesichtigung. Denn plötzlich entdecken sie – ziemlich biblisch – einen leblosen Mann in einem Dornenbusch. Doch als dieser bereits im Leichensack untergebracht ist, erwacht er plötzlich zum Leben – sehr zum Schreck der sonst gar nicht schreckhaften Bestatterin.
Parker mehr cozy als Crime pur
Parker hudelt nicht bei ihren Krimis, zeigt zuerst, wie es den handelnden Figuren seit dem letzten Teil ergangen ist, führt neue Charaktere ein und schafft die passende Atmosphäre.
Sie lässt sich genüsslich Zeit damit, bis es ans Eingemachte geht und das Verbrechen in die Story verwoben wird. Nimmt sie sich zu viel Zeit? Mitnichten. Denn genau dieser sorgsame Aufbau, dieses Reinkuscheln in die bekannte Umgebung, schätzen Parker-Leser:innen, wie sie im oe24-Talk (siehe rechts) erklärt. Für viele sind die Krimis wie geliebte TV-Serien – zum Eintauchen, Abschalten und Genießen!
Parker über Krimi-Fortsetzungen, K.I. in der Kunst und die Beatles
Die Autorin gab im oe24-Talk viel Einblick in ihre Arbeit.
Mit „Anbandelt“ ist Band sechs deiner burgenländischen Gartenkrimireihe draußen. Macht es noch immer Spaß und wie lange planst du, die Reihe fortzusetzen?
PARKER: Solange es den Leser:innen und mir Freude macht. Da in jedem Band der Gartenkrimis eine andere Figur im Mittelpunkt steht, ist jeder neue Band für mich eine neue, spannende Entdeckungsreise. Die Geschichten fühlen sich für mich noch lange nicht auserzählt an. Viele Leser:innen vergleichen die Reihe mit einer vertrauten TV-Serie. Sie schreiben mir, dass sie es kaum erwarten können, bis ein neuer Band erscheint und sie wieder in diese Welt eintauchen. Mir geht es beim Schreiben genauso. Aktuell bin ich mit dem 7. Band „Odraht“ fertig geworden, der nächstes Jahr erscheinen wird. Und die Figuren fehlen mir jetzt schon.
In deinen sozialen Netzwerken gibst du oft ehrlichen Einblick in das Leben als Bestsellerautorin. Was würdest du Autor:innen raten, die noch am Anfang stehen?
PARKER: Ich würde sagen: Schreib einfach mal deine Geschichte – der Rest ergibt sich von selbst! Die meisten haben ja Angst anzufangen, weil sie denken, dass das, was sie da in den Computer tippen, von Anfang an perfekt sein muss. Aber das ist ein Irrglaube. Eine gute Geschichte ist immer das Ergebnis eines langen Prozesses. Man schreibt etwas, schreibt es um, löscht es, schreibt es neu oder anders, und irgendwann passt es. Das ist wie bei der Bildhauerei: Da hat man am Anfang ja auch nur einen groben Klotz. Hab einfach Spaß daran, an deiner Geschichte zu feilen.
Du hast dich jüngst auf Instagram deutlich zu KI geäußert und schreibst, Journalist:innen würden sich mit automatisch generierten Fragen selbst abschaffen. Ist diese Technologie nur Fluch oder kann sie auch Segen sein?
Das Problem ist weniger die Künstliche Intelligenz als der Umgang mit ihr. Mir sind zuletzt einige sehr generische, KI-artige Fragen geschickt worden – etwa: „Wenn Ihre Bücher ein Geruch wären, würden sie dann nach Kakao, Keller oder schlechtem Gewissen riechen?“ Das klingt erst mal witzig, ergibt bei näherem Hinsehen aber wenig Sinn. Gute Fragen entstehen nicht automatisch, sie brauchen Neugier und echtes Interesse. Und das merkt man am Ende auch beim Lesen. Ich bin überzeugt davon, dass jeder vom Menschen geschriebene Text eine Energie hat, die berührt und die man spürt. Ich bemerke auch, dass sich Menschen nach dieser menschlichen Energie und nach Verbindung sehnen. Die KI könnte ohne Probleme 40, 400, ja 400 Millionen neue Beatles-Alben komponieren, aber wer hätte die Zeit, sich die anzuhören, und wozu? Die Emotionen, die die Beatles in ihrer Zeit durch ihr Schaffen erzeugt haben, kann man dadurch nicht reproduzieren, und das ist gut so.
"Anbandelt" von Martina Parker ist jetzt m Buchhandel erhältlich.