Song Contest

Erster Alarm beim Song Contest: Hier ist das Risiko hoch

11.05.2026

Jetzt spricht Innenminister Karner Klartext: "Aktivisten und Extremisten habe ein Auge auf den ESC". Wo es brenzlig werden kann, ist rund um die Auftritte von Israel. Pro-Palästina-Demonstranten planen Großdemos.

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© APA/GEORG HOCHMUTH
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Der zur Sicherheit des 70. Eurovision Song Contest (ESC) in der Wiener Landespolizeidirektion (LPD) gebildete Einsatzstab "Delta" hat zwar "keine konkreten Hinweise auf drohende Gewaltakte". Dennoch wurde ein erster Alarm rund um den Song Contest ausgegeben. Die von der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) vorgenommene Gefährdungseinschätzung ist "hoch", sagte DSN-Direktorin Sylvia Mayer Montagmittag bei einem Medientermin in der LPD. 

"Polizeikräfte aus fast ganz Österreich" vor Ort

"Aktivisten und Extremisten haben ein Auge drauf", warnte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Die Sicherheitsbehörden und die Polizei seien aber "gut vorbereitet", um allfällige Störversuche zu unterbinden und diesen Gruppierungen keine Bühne zu bieten. Zusätzliche "Polizeikräfte aus fast ganz Österreich" wurden für die ESC-Woche nach Wien beordert, darüber hinaus verstärken Spezialkräfte aus Bayern das Einsatzkommando (EKO) Cobra, berichtete Karner.

Bedrohung vom Linksextremismus  

Die DSN befindet sich im engen Austausch mit internationalen Behörden und Partnerdiensten, teilte Jörg Leichtfried, Staatssekretär im Innenministerium und für den Staatsschutz zuständig, mit: "Der Austausch funktioniert gut." Wie DSN-Direktorin Mayer präzisierte, wird seit Monaten die islamistische und extremistische Szene intensiv beobachtet, wobei auch vom Linksextremismus eine Bedrohung ausgeht, der sich zuletzt mit einem immer stärker werdenden Antisemitismus gepaart hat. Auch gegen allfällige Cyber-Angriffe sei man gewappnet, meinte Mayer.

Protestveranstaltungen gegen Israel-Auftritt

Kopfzerbrechen bereiten dem Einsatzstab "Delta" die Protestveranstaltungen und der Aktionismus gegen den ESC und die Teilnahme Israels im Speziellen. Derzeit sind Gegenveranstaltungen im einstelligen Bereich offiziell angemeldet, mit größeren Versammlungen an den Halbfinaltagen und am kommenden Wochenende wird gerechnet. Von sich aufschaukelnden "Polarisierungsfaktoren" unter den ESC-Gegnern berichtete die DSN-Chefin. Es gebe zwar derzeit keine Anzeichen in Richtung möglicher Gewalthandlungen, aber "Zusammenstöße" unterschiedlicher Gruppierungen seien nicht auszuschließen. Es seien jedoch "alle Schutzmaßnahmen gewährleistet", stellte Mayer fest: "Wir setzen alles dran, dass die Veranstaltung in Sicherheit stattfinden kann."

Das bekräftigte der Wiener Polizeivizepräsident Dieter Csefan. Zwölf verschiedene Einheiten umfasst der Einsatzstab "Delta", der an den ESC-Halbfinaltagen und am Finaltag mit einer Fachgruppe verstärkt wird, der die Blaulichtorganisationen, das Bundesheer und die Stadt Wien angehören. Die Auftaktveranstaltung am Sonntag am Rathausplatz sei "friedlich und ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen", bilanzierte Csefan. 6.500 Personen hätten ab 17.00 Uhr das Eurovision Village frequentiert.

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