ESC-Countdown

Flughafen-Checks und 500 Securitys am Tag: Song Contest wird zur Hochsicherheits-Zone

26.02.2026

Strenge Sicherheitschecks und "No-Bag-Policy"  - der ORF stellte sein Sicherheitskonzept für den Song Contest vor

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© ORF/Wieder Design Studios
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Der ORF und die Polizei setzen beim 70. Eurovision Song Contest (ESC) in Wien auf sehr strenge Sicherheitsvorkehrungen. So gilt in der Wiener Stadthalle "Flughafensicherheit". Metalldetektoren und Spürhunde sind im Einsatz - auch schon vor der ESC-Woche Mitte Mai. Beim Event gilt eine "No-Bag-Policy" - selbst Bauch- und Handtaschen sind nicht erlaubt. Das soll ein sichere Veranstaltung gewährleisten.

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180 Kameras überwachen "jeden Winkel"

Das Sicherheitskonzept ist 400 Seiten dick, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im ORF-Zentrum. Man arbeite schon seit langem intensiv und in enger Abstimmung mit Behörden und der Polizei daran. Es gehe weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus, versicherte Oliver Lingens, Head of Event. "Es behandelt alles von der Übernahme der Stadthalle bis hin zum letzten Besucher, der die Stadthalle verlässt." Die beim ESC beschäftigten Personen werden bereits jetzt Sicherheitschecks unterzogen. Sämtliches Equipment, das in die Stadthalle gelangen soll, muss durch Röntgenstraßen, Metalldetektoren und an Spürhunden vorbei. 180 neue Kameras wurden installiert, "die jeden Winkel betrachten", so Lingens.

 

500 Sicherheitskräfte pro Tag in der Stadthalle

Wiens Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan betonte, dass die Wiener Polizei "hohe Expertise und langjährige Erfahrung" bei der Durchführung von Großevents habe. Man befinde sich seit Monaten in engem Austausch. Gegenwärtig mache man keine konkreten Gefährdungen für die Veranstaltung aus. "Extremistisch motivierte Akteure" seien aber ein wesentlicher Faktor, den es zu berücksichtigen gelte. Hier stehe man auch im Austausch mit internationalen Partnern.

Pro Tag sind 500 Sicherheitskräfte allein in der Stadthalle im Einsatz. Die Polizei wird in Uniform und in Zivil, mit Spezialkräften und Polizeidiensthundeeinheiten präsent sein. Auch Maßnahmen zur Drohnenabwehr werden ergriffen. Mit dem Innenministerium und der EBU wurde zudem eine "Cybersecurity Coordination Group" eingerichtet, um die digitale Infrastruktur zu schützen. "Unsere Lagebilder erlauben es uns, Bedrohungen in Echtzeit zu erkennen", so ORF-Technikdirektor Harald Kräuter. Man unterstütze auch Hotels, in denen die ESC-Teilnehmer untergebracht werden - etwa wie sie ihre Buchungsstellen und WLAN-Verbindungen absichern.

Keine Details nannte Lingens dazu gefragt, ob für die israelische Delegation besondere Sicherheitsvorkehrungen gelten: "Uns ist natürlich die Sicherheit aller Delegationen in hohem Ausmaß wichtig."

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Keine Taschen im Publikum erlaubt

Die strengen Sicherheitsvorkehrungen betreffen auch die ESC-Fans. Sie sollen wie am Flughafen längere Wartezeiten beim Einlass einplanen. Nur, was man in der Hosentasche unterbringen kann, schafft es auch in die Halle. Eine Ausnahme gilt für transparente Behältnisse im Format von maximal A6. Falls jemand doch einen Rucksack oder eine Handtasche dabei hat, werden Schließfächer rund um die Stadthalle zur Verfügung gestellt. "Unser oberstes Ziel ist eine sichere Veranstaltung und das müssen und werden wir gewährleisten", so Lingens.

Sämtliche Tickets sind personalisiert. Beim Einlass gilt mit Ausnahme für Kinder Ausweispflicht. Die Tickets dürfen nicht ausgedruckt werden, auch ein Screenshot genügt nicht, da der QR-Code sich bis zu seiner Auswertung alle paar Sekunden verändere, um Fälschungen keine Chance zu geben, erklärte der ESC-Event-Manager.

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