70. Song Contest
Mit Robohund und Drohnen: So sorgt Wiens Polizei für Sicherheit beim ESC
02.05.2026Die Wiener Polizei kann während des ESC Mitte Mai Luftunterstützung durch Drohnen und Hubschrauber - zusätzlich stehen heikle Aufklärungsoperationen mit dem Roboterhund auf dem Programm.
Was die Polizei alles im Zuge des 70. Eurovision Song Contests (ESC) in der Bundeshauptstadt aufbieten will, haben Vertreter der Direktion für Spezialeinheiten/Einsatzkommando Cobra (DSE/EKO Cobra) bei einem Lokalaugenschein in der Rossauer Kaserne gezeigt. Man wolle aus dem Vollen schöpfen, hieß es. "Die Sicherheit, die wir hier auf den Boden bringen, wird international ihresgleichen suchen", kündigte Stefan Steiner von der Cobra an. Dafür kommen Hightech-Tools zum Einsatz.
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Zur Auswahl stehen der Polizei unter anderem Roboterhund "Spot" sowie verschiedenste Arten von Drohnen. Gerade diese seien für die Cobra "heutzutage nicht mehr wegzudenken", erklärte der leitende Beamte aus dem ESC-Einsatzstab der APA. "Für die Aufklärung, für Verfolgungen und das Suchen von Tätern, auch in nicht urbanen Gebieten, sind sie wirklich unverzichtbar."
"Werden jegliche Störung verhindern"
Mindestens genauso bedeutend sei jedoch mittlerweile die stationäre und mobile Abwehr von Drohnen. Immer wieder käme es bei Großevents vor, dass die Polizei verdächtige Fluggeräte vom Himmel holen müsse. "Wir werden versuchen, jegliche Art von Störungen zu verhindern."
Roboter "Spot" sei dagegen das Mittel der Wahl bei heiklen Erkundungseinsätzen vom Boden aus - "wenn es für die Kollegen zu gefährlich ist", betonte Steiner. Der vor mehreren Jahren angeschaffte Vierbeiner zähle zu den technisch ausgeklügelteren Tools der Antiterrortruppe.
"Das wäre der Worst Case"
Daneben hält die DSE vor und während des Bewerbs am 16. Mai auch Präzisionsschützen bereit. "Wir haben sie als Backup. Sie werden keinesfalls sichtbar sein, aber sie sind ständig da."
Entschärfer, Personenschützer sowie Antiterror-Interventionsbeamte stehen ebenfalls im Einsatz. Wobei Hannes Ipirotis, Standortleiter der Cobra in Wien mit Fingerzeig auf seine Kollegen in schwerer Montur betonte, dass die Bevölkerung von den Spezialkräften gar nichts mitbekommen solle. "Es soll ja nicht zum Terrorfall kommen", so Ipirotis. "Das wäre der Worst Case, wenn unsere Kollegen in schwerer Schutzausrüstung die Stadthalle betreten müssen", hakte Steiner ein. Die Sondereinheit wolle darum "mit einem unsichtbaren Netz an Komponenten über die Veranstaltung wachen", gaben die beiden leitenden Beamten das Ziel der Truppe aus.
Mit Details zum Standort der Scharfschützen, zur Zahl des eingesetzten Personals oder Reaktionszeiten hielten sich die beiden darum bedeckt. Der Kommandant der Cobra Wien ließ jedoch durchblicken: "Wir haben auch Zivilteams vor Ort." Bei Bedarf könnten auch Kräfte aus den anderen Bundesländern nach Wien verlegt werden. Die Flugpolizei sei deshalb nicht nur zur Aufklärung aus der Luft, sondern auch zum Transport von weiteren Beamten in das Sicherheitskonzept involviert.
"Alle sollen Bewerb sicher und unbeschwert erleben"
Rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Innenministeriums und der Landespolizeidirektion (LPD) Wien arbeiten derzeit an der Planung der Sicherheitsmaßnahmen. Die Leitung obliegt letztlich der LPD, die zudem zahlreiche zivile und uniformierte Beamtinnen und Beamte aus verschiedensten Abteilungen stellt. Hinzu kommen Exekutivbedienstete aus dem Bundeskriminalamt sowie der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN). Gerade bei einer internationalen Großveranstaltung sei es wesentlich, "dass unterschiedliche Kräfte eng zusammenwirken", erläuterte Steiner. "Schließlich sollen dieses Ereignis alle sicher und unbeschwert erleben."
Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, hatte die Sicherheitslage für den Gesangswettbewerb vor dem Hintergrund des Krieges im Nahen Osten zuletzt als "sensibel, aber stabil" eingestuft. Zwar bleibe ein latentes Gefährdungspotenzial, eine konkrete Bedrohung gebe es derzeit jedoch nicht.