Doku

Vernichtende Kritik für "Melania"! ABER: erste Kinozahlen überraschen

01.02.2026

Die Dokumentation über First Lady Melania Trump polarisierte Kritiker, wurde von Donald Trump selbst massiv beworben – und überrascht nun an den Kinokassen. Trotz harscher Reviews könnte das teuerste Doku-Projekt aller Zeiten doch noch kommerziell punkten. 

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Wenige Details aus dem Privatleben von Melania Trump, der ehemaligen First Lady der USA, sind bislang bekannt. Die slowenisch-amerikanische Unternehmerin hält sich in der Öffentlichkeit zurück, gewährt nur selten Einblicke. Nun aber erlaubt eine Dokumentation erstmals einen Blick hinter die Kulissen: In den zwanzig Tagen bis zur Amtswiederaufnahme ihres Mannes als US-Präsident begleitet der Film die Frau an der Seite Donald Trumps.

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Kaum Interesse 

Die Kritiken fallen bisher überwiegend negativ aus. US-Präsident Trump selbst ergriff die Initiative, die Dokumentation mit aller Kraft zu bewerben. Auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social appellierte er an seine Follower, sich den Film unbedingt anzusehen. Das Projekt des umstrittenen Regisseurs Brett Ratner soll rund 75 Millionen Dollar gekostet haben. Trump versichert, die Tickets würden sich „rasant ausverkaufen“. Tatsächlich meldeten einige Kinos in London jedoch nur geringe Nachfrage für die Premiere.

Nach der Gala im Kennedy Center äußerte Trump selbst: „Gestern Abend habe ich 'MELANIA' zum zweiten Mal gesehen. Das Publikum war begeistert – und ich auch. Unbedingt anschauen – 'A MUST SEE!'“

"Abscheulichkeit des Filmemachens"

Die Filmkritik sieht das freilich anders. Trotz des enormen Budgets – Amazon MGM Studios sicherte sich die weltweiten Rechte für etwa 40 Millionen Dollar, hinzu kommen rund 35 Millionen Dollar Marketingkosten, davon etwa 15 Millionen Dollar allein für Werbung in den USA – ist die Resonanz verhalten.

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Kevin Fallon vom Daily Beast bezeichnete die 104-minütige Produktion als „Abscheulichkeit des Filmemachens“, die weder pikant noch unterhaltsam sei und inhaltlich nichts zu sagen habe. Andere Kritiker bemängeln, dass Melania Trump im Film nicht mit kritischen Fragen konfrontiert werde. Owen Gleiberman von Variety beschreibt die Doku als „so durchchoreografiert, weichgezeichnet und inszeniert, dass sie kaum mehr ist als ein schamloser Werbefilm“.

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Gähnende Leere in den Kinos

Trotz der schlechten Kritiken zeigt sich eine deutliche Verbesserung der Einspielerwartungen. Während die Premiere in Washington, D.C., vor einem stark MAGA-orientierten Publikum stattfand, bleiben die Kinosaalsitze andernorts oft leer. Laut Analyse des Daily Beast waren bis Donnerstag lediglich zwei von rund 1.400 Kinos ausverkauft – Daten von Ticketanbieter Fandango. Der Hollywood Reporter meldet jedoch, dass sich die Einschätzung bis Freitagmittag bereits verbessert habe. Große Studios rechnen nun mit einem Einspielergebnis zwischen acht und neun Millionen Dollar, wobei Trumps aggressive Eigenwerbung und die gezielte Mobilisierung konservativer Gruppen in republikanisch geprägten Regionen eine entscheidende Rolle gespielt haben dürfte.

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Während der Präsident wiederholt die Werbetrommel für den Film seiner Frau rührt, schweigt er zu den kürzlich veröffentlichten Epstein-Dokumenten, die ein Volumen von drei Millionen Seiten umfassen.