Wirbel
FPÖ-Streit bei Bilgeris 60. Bühnenjubiläum im Marchfelderhof
18.02.2026Der Künstler-Heringsschmaus avancierte zur politischen Arena: Hitzige Diskussionen um Gäste mit FPÖ-Nähe.
Es hätte eine nostalgische Gala zu Ehren einer lebenden Legende werden sollen: Der traditionelle Künstler-Heringsschmaus im Marchfelderhof stand ganz im Zeichen von Reinhold Bilgeri und seinem beeindruckenden 60-jährigen Bühnenjubiläum. Doch wo üblicherweise kulinarische Finessen und freundschaftliche Anekdoten den Ton angeben, herrschte heuer eine Atmosphäre, die mancherorts eher an ein politisches Tribunal als an ein Gesellschaftsevent erinnerte.
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Das Veto des Jubilars
Bereits im Vorfeld der Feierlichkeiten kam es hinter den Kulissen zu massiven Verwerfungen. Als der Jubilar, der 75-jährige „Rockprofessor“ Bilgeri, erfuhr, welche Moderatorin für den Abend vorgesehen war, zog er laut Insidern lautstark eine rote Linie. Die Tatsache, dass die Dame beruflich im Umfeld der FPÖ tätig ist, war für den Künstler ein unüberwindbares Hindernis. Es war schließlich sein Ehrentag.
Bilgeri soll unmissverständlich klargestellt haben: Eine Zusammenarbeit mit Vertretern der Freiheitlichen komme für ihn unter keinen Umständen infrage. Er würde nicht an der Veranstaltung teilnehmen, wenn die Dame moderiert. Die Moderatorin wurde infolgedessen kurzerhand abberufen.
Giftpfeile bei der Laudatio
Die politische Zuspitzung fand auf der Bühne ihre Fortsetzung. Die Laudatio auf den Jubilar entwickelte sich zu einem verbalen Sperrfeuer: Laut Augenzeugenberichten wurden unzählige Spitzen gegen die FPÖ in die Rede eingeflochten.
Leo Lugner zieht die Konsequenz
Diese Politisierung eines eigentlich kulturellen Anlasses blieb nicht ohne Folgen im Publikum. Leo Lugner, der als Gast geladen war, quittierte die anhaltenden Anwürfe und die Stimmung im Saal mit einer deutlichen Geste: Er verließ demonstrativ den Raum. "Die Stimmung war wahnsinnig angeheizt“, so ein Gast, der anonym bleiben möchte.
Während Bilgeris Weggefährten musikalisch für Begeisterung sorgten, blieb ein fader Beigeschmack zurück. Der Marchfelderhof, sonst bekannt für seine verbindende Gastfreundschaft, wurde an diesem Abend zum Schauplatz einer tiefen gesellschaftlichen Spaltung, bei der der Fisch am Ende wohl das Neutralste auf dem Teller war.