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Muriel Baumeister: „Schlimmer als der Alkoholentzug“ – Ihr harter Kampf gegen den Krebs

18.03.2026

Die Schauspielerin spricht in einem brutal ehrlichen Interview darüber, wie sie den Brustkrebs entdeckt hat und schildert die schrecklichen Nebenerscheinungen, die eine Chemotherapie mit sich bringt. 

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Die Alkoholsucht war bereits ein schwerer Schicksalsschlag in ihrem Leben, doch im Sommer 2022 kam es für Muriel Baumeister (54) noch schlimmer: Die Diagnose Brustkrebs riss der Schauspielerin den Boden unter den Füßen weg. Nun bricht die gebürtige Salzburgerin ihr Schweigen und spricht offen wie nie über die Krankheit, ihre Suchtvergangenheit und die Qualen der Chemotherapie.

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Ein Schockmoment in der Badewanne

Der Augenblick, der ihr Leben veränderte, kam völlig unverhofft in den eigenen vier Wänden. Baumeister lag gerade in der Badewanne, als sie die Veränderung bemerkte. Im Talkformat „Wendepunkte“ des Potsdamer Selbsthilfevereins SEKIZ e.V. erinnert sie sich zurück: „Ich habe es selber festgestellt. Ich lag in der Badewanne. Ich wusch mich und dachte: Häh, komisch… Es blieb die Zeit stehen, es war wie in einem schlechten Film! Ich dachte, ist das ein Scherz?“ Den Knoten habe sie direkt unter der linken Achselhöhle ertastet.

Diagnose: Ein sechs Zentimeter großer Tumor

Die traurige Gewissheit folgte kurz darauf in der Ordination. Der Befund war niederschmetternd. „Dann bin ich zum Arzt, der sagte: ,Um Gottes Willen! Das sieht nicht gut aus!‘“, so Baumeister. Der Tumor war bereits sechs Zentimeter groß. Es folgte die Überweisung an eine Onkologin und eine Biopsie. Was danach kam, beschreibt die Mimin heute als die härteste Prüfung ihres Lebens.

 


 

„Das volle Programm“ ohne Ausweg

An einer aggressiven Behandlung führte kein Weg vorbei. Baumeister schildert die Ohnmacht angesichts der medizinischen Notwendigkeit: „Ich hätte mich vielleicht gar nicht operieren lassen wollen. Es stellte sich aber raus, dass das die einzige Option war: Chemo, Antikörpertherapie, OP und Bestrahlung. Das volle Programm. Das wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht!“

Besonders drastisch ist ihr Vergleich mit ihrer früheren Suchterkrankung: Die Chemotherapie sei sogar schlimmer gewesen als der Alkoholentzug. „Wenn ich das vorher gewusst hätte, weiß ich nicht, ob ich die Chemo gemacht hätte“, gesteht der TV-Star. Die Nebenwirkungen waren laut ihren Schilderungen kaum zu ertragen: „Meine Kehle war blutig wie ein Filetsteak. Ich konnte weder Wasser trinken noch essen. Es war grausig.“

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Neuanfang als „Trümmerfrau“

Trotz der Qualen kämpfte sie sich zurück – vor allem für ihre drei Kinder Linus (31), Frieda (19) und Ava (11). Heute blickt sie optimistisch in die Zukunft: „Ich bin jetzt zwei Jahre krebsfrei.“ Während viele Patientinnen die Angst vor einem Rezidiv begleitet, setzt Baumeister auf ihren Pragmatismus. „Das Leben ist schon anstrengend genug. Es ist so wie es ist. Ich bin am Leben und das ist gut so.“

Rückhalt findet sie auch in ihrer Beziehung. Ihr Partner findet für ihren Kampfgeist klare Worte, die Baumeister voll und ganz unterschreibt: „Mein Freund sagt: Du bist eine Trümmerfrau. Genauso ist es auch. Man kann einfach nur anpacken und weitermachen. Die Alternative ist sitzen bleiben und rumheulen. Und das interessiert mich nicht.“