Schock

Todes-Drama: Mozartwoche ging ohne Rolando Villazón ins Finale

02.02.2026

Das Abschlusskonzert musste leider ohne den künstlerischen Leiter stattfinden. Er reiste aufgrund eines Todesfalls ab. 

Zur Vollversion des Artikels
© EPA
Zur Vollversion des Artikels

Das Abschlusskonzert der diesjährigen Salzburger Mozartwoche am Sonntagabend hat ohne ihren künstlerischen Leiter Rolando Villazón stattgefunden, der aufgrund eines Todesfalls im engsten Familienkreis abreisen musste. Statt der geplanten Uraufführung einer Komposition von Karim Zech eröffnete das kubanische Havana Lyceum Orchestra unter Jose Antonio Mendez Padron das Konzert mit Mozarts in Salzburg entstandener B-Dur-Sinfonie.

Mehr lesen: 

Was folgte, war ein Abend, der die Brücke von der Wiener Klassik zur Karibik mit Leichtigkeit und Eleganz schlug. Das junge Orchester spielte im Stehen, mit sichtbar tänzerischer Beweglichkeit und einem feinsinnig federnden Mozart-Ton. Schon die Eröffnung gestaltete es mit heiterem Tempo und klarer Artikulation, alles saß ordentlich und beschwingt.

Nach der Pause blitzte in der Ouvertüre zu "Il re pastore" nochmals die Freude am plastischen Ausmusizieren auf. Violinist Daniel Hope, der mit seiner Guarneri del Gesu "Ex-Lipinski" von 1742 auftrat, nutzte in Mozarts Violinkonzert in G-Dur jede Gelegenheit, um die farbliche Vielfalt seines Instruments auszustellen. Besonders in der ersten von ihm selbst verfassten Kadenz zelebrierte er klanglich die gesamte Palette der Violine. Später im Rondo tanzte er durch das Orchester, stets im Blickkontakt mit den Musikern, und in Joseph Bolognes Sinfonia concertante G-Dur op. 13 wurde daraus ein Dialog mit Violinistin Jenny Pena, die sich mit Witz und Eleganz als ebenbürtige Partnerin erwies.


 

Vorschau auf 2027: "Die anderen Mozarts"

Bologne, geboren in der Karibik und Zeitgenosse Mozarts, blieb lange im Schatten der Musikgeschichte. Seine Musik wurde hier als programmatischer Ausblick auf die kommende Mozartwoche 2027 eingeführt, wie der Präsident der Stiftung Mozarteum, Johannes Honsig-Erlenburg, in seiner Moderation verriet. Diese werde sich unter dem Motto "Die anderen Mozarts" neuen Perspektiven widmen.

Ein mitreißender Ausklang kam in Form der Zugabe: Das Orchester kehrte zu seinen Wurzeln zurück. Jenny Pena hatte das kubanische Stück "El Manisero" für das Ensemble arrangiert. Gemeinsam mit dem Publikum und dem eigens vom Dirigenten zurückgeholten Flötisten Jose Lazaro Alvarez improvisierten Hope und Pena zu den eingängigen Rhythmen. Tanzend und winkend verließen die Musiker schließlich die Bühne und ein ausgelassen klatschendes Publikum blieb zurück.

(Von Larissa Schütz/APA)

(S E R V I C E - Mozartwoche: Abschlusskonzert, Großer Saal Stiftung Mozarteum, Havana Lyceum Orchestra Jose Antonio Mendez Padrón (Dirigent) Daniel Hope (Violine) Jenny Pena (Violine), www.mozarteum.at )

Weitere Artikel