Salzburg

Königliche Mozartwoche geht mit Leichtigkeit und Liebe ins Finale

Adam Fischer und Igor Levit begeisterten im Großen Festspielhaus mit einem Streifzug durch das sinfonische Schaffen des Komponistenstars mit Haydn als leuchtende Wegmarke

Die Mozartwoche biegt in die Zielgerade ein: Dirigent Adam Fischer und die Wiener Philharmoniker haben am Samstagabend im Großen Festspielhaus in Salzburg einen programmatischen Bogen von Mozarts erster Sinfonie bis zum krönenden Abschluss seines sinfonischen Schaffens mit der "Jupiter-Sinfonie" gespannt. Und mitten drin: Igor Levit als federleichter Erzähler im Klavierkonzert C-Dur.

 


 

Das Konzert begann mit den ersten sinfonischen Schritten des späteren Weltkomponisten. Die Es-Dur-Sinfonie, die der Achtjährige 1764 in London schrieb, dirigierte Fischer wie einen heiteren Aperitif. Auswendig, tänzelnd und mit sichtbarem Spaß, auch bei den Wiener Philharmonikern. Ein musikalisches Augenzwinkern zur Ouvertüre, das stimmungsgebend für den folgenden Abend sein sollte.

Weicher Anschlag, intimer Klang

Danach betrat Igor Levit die Bühne für das Klavierkonzert in C-Dur. Er spielte nicht über dem Orchester, sondern durch und mit ihm. Immer wieder suchte er Blickkontakt, ging körperlich mit und verschmolz ganz mit den restlichen Musikern. Dabei ließ er Melodien wie aus dem Nichts entstehen, mit einem Anschlag, so weich wie herabrieselnde Daunen. Besonders im Andante war der Klang so intim, dass selbst im riesigen Saal eine Art Kammermusik entstand. Levit spielte nie auf Effekt, sondern auf Sinn und das Publikum spürte es. Am Ende gab es dafür großen Jubel, teils stehende Ovationen und Umarmungen auf der Bühne.

 


 

Nach der Pause ging es mit Haydns D-Dur-Sinfonie weiter, einem Werk, das er im Todesjahr des von ihm sehr geschätzten Mozart schrieb. Auch hier hörte man viel heitere Energie, federnde Phrasen und ein Orchester, dem diese Musik hörbar im Blut liegt. Fischer kontrollierte nie, sondern motivierte die Musiker, die Themen so lichtvoll zu verstehen wie er. Dadurch kam Haydn an diesem Abend Mozart verblüffend nah.

Den Schluss setzte Mozarts "Jupiter-Sinfonie" als freudvoller Höhepunkt. Die Wiener spielten mit Präzision und Esprit, Fischer modellierte klare Konturen ohne Überdruck. Kein schweres Pathos, sondern ein musikalisches Bekenntnis zur Lebendigkeit. Und so bewies er gemeinsam mit Levit, was Intendant Rolando Villazón seit Jahren postuliert: Mozart lebt - und wie.

(Von Larissa Schütz/APA)

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