Heringsschmaus
Triumph im Marchfeld: 60 Jahre Bilgeri – und die Muchas liegen flach!
18.02.2026Bevor die Fastenzeit endgültig Einzug hält, zelebrierte die heimische Society im Marchfelderhof ein feucht-fröhliches Fisch-Spektakel zu Ehren von Rock-Legende Reinhold Bilgeri.
Wenn sich die Ballsaison dem Ende neigt und die Wiener Philharmoniker sowie die Debütanten des Opernballs ihre Instrumente und Tanzschuhe beiseitelegen, schlägt traditionell die Stunde des Marchfelderhofs. Der dortige Künstler-Heringsschmaus ist weit mehr als eine kulinarische Pflichtübung zum Faschingsausklang; er ist ein bühnenreifes Gesamtkunstwerk, das heuer ganz im Zeichen eines besonderen Jubilars stand.
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60 Jahre Rampenlicht: Reinhold Bilgeri im Fokus
Im Zentrum der feucht-fröhlichen Festivitäten stand der Vorarlberger Ausnahmekünstler Reinhold Bilgeri. Zu seinem 60-jährigen Bühnenjubiläum verwandelte sich das geschichtsträchtige Etablissement in eine Hommage an das Lebenswerk des mittlerweile 75-jährigen „Rockprofessors“. Mit der ihm eigenen Nonchalance und begleitet von den pointierten Moderationen eines Dieter Chmelar, bewies Bilgeri, dass er weder an Charisma noch an Stimmgewalt eingebüßt hat.
Während Wegbegleiter wie Gary Lux launig über den frühen Karrierestart des Jubilars sinnierten, gipfelte der Abend in einem musikalischen Feuerwerk. Besonders das spontane Duett mit Sopranistin Iva Schell erinnerte an die historische Tradition des Hauses: Schon während des Ersten Weltkriegs verwandelten Stars der Staats- und Burgoper die Gaststube der Urgroßmutter Bocek in ein „klingendes Podium“.
Kulinarik zwischen Tradition und Moderne
Hausherr Peter Großmann und sein Team bewiesen einmal mehr, dass ein Heringsschmaus weit über den klassischen Salat hinausgehen kann. Unter den fachkundigen Augen der Haubenköche Robert Letz und Heinz Hanner sowie der Winzerin Katharina Baumgartner delektierte sich die Prominenz an Kreationen wie: Avocado-Tatar und Granatapfel-Bismarckheringssalat, Feigen-Shrimps-Salat mit feiner Dillen-Mousseline, Pannonische Fischsuppe und edles Wallerfilet in Mandelbutter.
Ein Abend mit kleinen Wermutstropfen
Trotz der ausgelassenen Stimmung und der dichten Gästeliste – von Gabriela Benesch über Jacqueline Lugner bis hin zu Tony Wegas – gab es auch prominente Absagen zu verzeichnen. So fehlten in der illustren Runde zwei Gesichter, die sonst auf keinem Parkett fehlen dürfen: Christian und Ekaterina Mucha mussten ihren Besuch kurzfristig absagen. Das Verleger-Ehepaar, das eigentlich auf der Gästeliste stand, hütet derzeit mit einer hartnäckigen Grippe das Bett und verpasste somit die musikalische Darbietung von „Some Girls Are Ladies“, die den Abend standesgemäß beschloss.