Prognose für 2026
Bauernregel im Jänner: Warum Sonnenschein ein gutes Zeichen ist
27.01.2026In Österreich zeigt sich Ende Jänner endlich wieder die Sonne. Doch laut einer alten Bauernregel bedeutet der aktuelle Sonnenschein mehr als nur schönes Winterwetter.
Nach Wochen, in denen Österreich unter einer dichten Glocke aus Nebel, Hochnebel und Wintergrau lag, fühlt sich jeder Sonnenstrahl dieser Tage beinahe wie ein kleines Wunder an. Dächer glitzern wieder, die Berge zeichnen sich scharf gegen den Himmel ab, und selbst in den Städten scheint die Luft leichter zu werden. Ende Jänner, wenn der Winter eigentlich noch fest im Griff sein sollte, gewinnt die Sonne plötzlich an Kraft – und genau dieser Moment ist seit Jahrhunderten ein besonderer im bäuerlichen Kalender.
Denn rund um den 30. Jänner, den Gedenktag der Heiligen Martina, beobachteten Bäuerinnen und Bauern schon immer aufmerksam Himmel und Wetter. Was sich jetzt zeigt, galt als Vorbote für das gesamte Vegetationsjahr. Daraus entstand eine der hoffnungsvollsten Bauernregeln des Winters:
„An Martina Sonnenschein, verheißt viel Frucht und guten Wein.“
Was zunächst poetisch klingt, hat einen sehr handfesten Kern.
Was steckt hinter der alten Bauernregel?
Wenn Ende Jänner die Sonne durchbricht, bedeutet das meist trockenes Hochdruckwetter statt feuchter Nebeltristesse. Für Böden, Obstbäume und vor allem für die Reben ist das ein gutes Zeichen. Die Pflanzen gehen dann ohne Staunässe und Fäulnis in den Frühling, bekommen früh Lichtimpulse und können später kräftiger austreiben. Besonders im Weinbau galt ein sonniger 30. Jänner deshalb als leises Versprechen auf gesunde Rebstöcke und eine reiche Lese. Die Bauernweisheit bedeutet also nichts weniger als: Die Natur bekommt gerade rechtzeitig Licht, um im Frühjahr kraftvoll durchzustarten.
Warum das heuer so gut passt
Nach den langen Nebelphasen in Österreich ist der jetzige Sonnenschein meteorologisch tatsächlich etwas Besonderes. Sonne Ende Jänner heißt oft:
- Hochdruckwetter
- trockene, klare Luft
- wenig Staunässe im Boden
Das ist genau das, was die alte Bauernregel lobt: Licht und Trockenheit versprechen gute Startbedingungen für Pflanzen.
Oder moderner gesagt: Ein sonniger Spätjänner begünstigt eine gleichmäßigere Vegetationsentwicklung im Frühling – vor allem bei Obst und Wein.