Frühlingsfalle
Finger weg: Warum Sie jetzt noch keine Tulpen kaufen sollten
30.01.2026Tulpen leuchten uns schon jetzt in allen Farben aus den Regalen entgegen. Und mal ehrlich: Wer sehnt sich im grauen Jänner nicht nach einem Hauch Frühling für die eigenen vier Wände? Doch so verlockend die bunten Frühlingsboten auch sind: Jetzt zuzugreifen ist keine gute Idee.
Kaum neigt sich der Winter dem Ende zu, sind sie überall: Schnittblumen in allen Formen und Farben. Rosen, Narzissen und natürlich Tulpen zaubern sofort gute Laune in die Wohnung und das meist auch noch zu erstaunlich günstigen Preisen. Was viele dabei nicht bedenken: Diese frühe Blütenpracht hat ihren Preis. Einen Preis, den vor allem Umwelt und Natur zahlen. Warum Sie Ihre Tulpen-Lust noch ein wenig zügeln sollten, verraten wir Ihnen hier.
Im Jänner: Finger weg von Tulpen
Tulpen gehören zur Familie der Liliengewächse und wachsen eigentlich erst zwischen März und Mai. In freier Natur beginnt ihre Blütezeit sogar erst Ende März. Dann blühen über hundert Arten gleichzeitig, in nahezu allen Farben, die man sich vorstellen kann. Dass Tulpen trotzdem schon im Jänner verkauft werden, liegt nicht an der Natur, sondern an der Technik.
Noch keine Tulpen-Saison
Die aktuell erhältlichen Tulpen stammen fast ausschließlich aus beheizten Gewächshäusern. Das bedeutet: enormer Energieaufwand, nur damit wir ein paar Wochen früher Frühlingsgefühle genießen können. Die meisten Tulpen in Österreich kommen aus den Niederlanden, wo sie in riesigen Monokulturen angebaut werden. Die Folgen sind bekannt: Verlust der Biodiversität, ausgelaugte Böden sowie Schädlinge und Krankheiten, die immer resistenter werden.
Unsichtbare Gefahr: Pestizide
Hinzu kommt ein weiteres Problem, das man den Blumen nicht ansieht: Pestizide. Konventionell angebaute Tulpen werden intensiv behandelt. Woher die Blumen tatsächlich stammen, bleibt für Konsument:innen meist im Dunkeln. Wurde eine Pflanze etwa in den Niederlanden nur umgetopft oder kurz weitergezogen, gilt dieses Land offiziell als Herkunft, auch wenn die Zwiebeln ursprünglich aus dem Globalen Süden stammen. Bei den enormen Mengen ist klar: Selbst die Niederlande allein können diesen Bedarf kaum decken.
Was Sie beim Tulpen-Kauf beachten sollten
Wer nicht auf Tulpen verzichten will, sollte bewusst einkaufen und regionale Gärtnereien unterstützen sowie auf das Bio-Siegel oder das Slowflower-Siegel achten. Alternativ können Sie auch saisonale Topfpflanzen wählen. Denn so schön Tulpen auch sind, warten Sie der Umwelt zuliebe noch auf ihre natürliche Saison.