Fashion-Fauxpas?

Der Teufel trägt Prada 2: Warum die Mode floppt

30.04.2026

Der gehypteste Film des Jahres ist endlich da und als Fortsetzung von Der Teufel trägt Prada waren die Erwartungen klar: Die Mode muss liefern. 

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© 20th Century Studios
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Teil 1 gilt bis heute als der Fashion-Film schlechthin. Ein Film, der Trends gesetzt, Looks geprägt und ganze Generationen stilistisch beeinflusst hat. Und jetzt? Müssen wir leider sagen: Die Mode in Teil 2 ist… durchwachsen. Und teilweise eine echte Enttäuschung. 

Miranda & Nigel: Die einzigen Lichtblicke

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Fangen wir mit dem Positiven an. Miranda Priestly, gespielt von Meryl Streep, liefert. Zumindest größtenteils. Ihre Looks sind opulent, stark, ikonisch. Genau so, wie man es erwartet. Aber auch hier scheiden sich die Geister: Manche feiern den Glam-Faktor, andere finden, dass es diesmal einfach zu viel Glitzer und Details sind, Stichwort: Die Kordeljacke. Nigel hingegen? Fashion-Gold. Die Anzüge, die Farben, die Materialien - hier wurde gespielt, kombiniert, riskiert. Und genau das macht seine Looks so spannend. 

Emily: Vom Fashion-Insider zur Logo-Werbefläche?

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Und dann kommen wir zu Emily. Gespielt von Emily Blunt, war sie im ersten Teil DIE Fashion-Stimme. Scharf, präzise, mit einem Blick für Designer. In Teil 2? Logos. Überall. Und genau das passt nicht. Ja, sie arbeitet bei Dior. Aber gerade deshalb würde man erwarten, dass sie über Trends steht. Dass sie „Quiet Luxury“ erkennt, bevor es jemand ausspricht. Dass sie subtiler ist. Stattdessen wirkt ihr Stil stellenweise wie ein wandelndes Lookbook - laut und überladen. 

Andy: Character-treu - bis es schiefgeht 

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Auch Anne Hathaway bleibt als Andy ihrem Stil grundsätzlich treu. Ihre Office-Looks? On point. Minimalistisch, smart, sehr „Andy 2.0“. Spannend: Ihr Stil wurde teilweise von Diane Keaton in Der Stadtneurotiker inspiriert, also dieser leicht androgyne, cleane Chic. Aber dann kommen die Event-Looks… und plötzlich wird es schwierig. Vor allem dieser EINE Mailand-Look - das Wollkleid mit Samtgürtel und Glitzerschnalle? Ui. Das wirkt nicht high fashion, sondern eher wie: zu viel gewollt, zu wenig getroffen. 

Amari: Der eigentliche Style-Star? 

Überraschend stark: Amari, Mirandas neue erste Assistentin. Ihre Looks funktionieren. Modern, selbstbewusst, klar und trendy. Vor allem ihr Met-Gala-Look bleibt im Gedächtnis und zeigt, wie es eigentlich hätte aussehen können. Aber auch viele ihrer Office-Looks funktionieren und zeigen: Sie hat Stil und weiß was sie tut. 

Wo ist das Glow-up?

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Ja genau, wo ist das Glow-up?! Und genau hier liegt das eigentliche Problem. Teil 1 hatte diesen magischen Moment: Das Glow-up. Andy wird zur Fashion-Insiderin, jeder Look ein Statement, jede Szene ein Moodboard. In Teil 2? Fehlanzeige - Man muss auch ehrlich sein: Das hat das Drehbuch nicht hergegeben. Aber es gibt kein klares visuelles Narrativ, keine Transformation, keinen ikonischen „Wow“-Moment. Vielleicht liegt es auch an uns. Damals sind wir ohne Erwartungen in den Film gegangen. Heute? Haben wir Referenzen. Ansprüche. Instagram. Viele Looks waren schon vorab geleakt und die Diskussionen darüber liefen längst, bevor der Film überhaupt gestartet ist. Der Überraschungseffekt? Schon weg. Also womöglich haben wir auch einfach zu viel gesehen und gleichzeitig zu viel erwartet.

Die Mode ist nicht schlecht. Aber sie ist auch nicht das, was sie sein müsste. Für einen Film, der sich um Mode dreht, ist das ein Problem. Der Teufel trägt Prada 2 sieht gut aus, aber nicht unvergesslich. 

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