Bewertung: 7/10

Der Teufel trägt Prada 2: Bitte gebt uns keinen Teil 3

Fast 20 Jahre nach dem Kultfilm stellt sich die alles entscheidende Frage: Kann Der Teufel trägt Prada 2 wirklich mithalten oder zerstört er das Original? 

Für Miranda, Andy, Emily und Nigel hat sich einiges verändert. Die Handlung setzt zwei Jahrzehnte später an und greift genau die Probleme auf, die die Medienbranche heute beschäftigen: schrumpfende Magazine, digitaler Druck und eine Branche im Umbruch. Während Miranda und Nigel immer noch bei Runway das Sagen haben, ist Emily inzwischen Verkaufschefin bei Dior, Andy arbeitet als Reporterin. Und wie es das Drehbuch will, führt ein Skandal rund um das Magazin die vier wieder zusammen. 

Nostalgie? Funktioniert. 

Der Teufel trägt Prada 2: Bitte gebt uns keinen Teil 3
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Dass der Film stark auf Nostalgie setzt, überrascht nicht. Und wenn vier so prägende Figuren nach so langer Zeit wieder aufeinandertreffen, hat das fast etwas von einer perfekt inszenierten Reunion. Das Schauspiel? Stark. Keine Diskussion. Vor allem die vielen Referenzen zum ersten Teil sitzen. Ikonische Szenen werden neu interpretiert, Zitate subtil eingebaut und genau das löst dieses Gefühl aus, das man sich erhofft: „Das kenn ich doch.“ Es fühlt sich an wie ein Wiedersehen mit alten Freunden, ohne dass es gezwungen wirkt. 

Der Teufel trägt Prada 2: Was kann die Handlung wirklich? 

In knapp zwei Stunden passiert überraschend viel und das ist tatsächlich keine Schwäche. Im Gegenteil: In Zeiten überlanger Serien ist es fast erfrischend, dass ein Film wieder kompakt erzählt. Ja, manches ist vorhersehbar. Aber: Das schmälert den Unterhaltungswert kaum. Spannender ist die Frage: Funktioniert Miranda Priestly im Jahr 2026 noch? Die Antwort: Jein.

Der Teufel trägt Prada 2: Bitte gebt uns keinen Teil 3
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Sie ist immer noch die Eiskönigin - aber eine, die spürt, dass sich die Welt verändert hat. Die Autorität ist da, aber nicht mehr unangreifbar. Genau das macht die Figur interessant, auch wenn sie in manchen Szenen fast zu eindimensional bleibt. Andy und Nigel funktionieren weiterhin als starkes Duo, Emily bleibt ihrer bissigen Art treu, vielleicht sogar ein bisschen zu sehr. 

Tiefgang? Eher nicht.

Wer sich eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Medienwandel, Machtstrukturen oder moderner Arbeitswelt erwartet, wird enttäuscht. Der Film streift diese Themen, mehr aber auch nicht. Der Teufel trägt Prada 2 will unterhalten. Und das schafft er. Mit Humor, Tempo und genau den Emotionen, die man erwartet: ein paar Lacher, ein bisschen Drama, vielleicht sogar ein kleiner nostalgischer Stich ins Herz - inklusiver der ein oder anderen Träne. 

Und jetzt zur wichtigsten Kategorie: Die Mode

Der Teufel trägt Prada 2: Bitte gebt uns keinen Teil 3
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Hier wurde im Vorfeld viel diskutiert. Einige Looks kursierten bereits während der Dreharbeiten auf Social Media – und die Sorge war groß: zu viele Designer, zu viel Einfluss, zu wenig Handschrift. Und leider: Diese Sorge war nicht ganz unbegründet. Miranda? Ikonisch. Meryl Streeps Looks tragen den Film. Punkt. Anne Hathaway aka Andy hingegen bleibt in ihren Office-Outfits angenehm zurückhaltend und charaktertreu. Bei ihren Event-Looks kippt das Ganze allerdings stellenweise ins Überladene, fast schon in Richtung „zu viel gewollt“. Und Emily? Make-up: genauso scharf wie früher. Outfits: leider oft drüber. Zu viele Logos, ganz nach dem Motto: Mehr ist mehr. Nur dass genau das hier nicht immer funktioniert. Also ist der Film stylisch? Ja. Sind die Looks unvergesslich? Leider nein. 

Ein guter Abschluss - bitte dabei belassen

Den Film heute zu sehen, fühlt sich anders an als damals. Und genau darin lag wohl auch die größte Herausforderung. Der Teufel trägt Prada 2 liefert, was Fans wollen - nur eben in einer moderneren, etwas vorsichtigeren Version. Man verlässt das Kino mit einem guten Gefühl. Zufrieden. Nostalgisch. Vielleicht sogar ein bisschen versöhnt. Und genau deshalb gilt: Dieser Film braucht keine weitere Fortsetzung. Auch wenn das in Interviews bereits angedeutet wurde. Teil 2 ist ein würdiger Abschluss für einen der ikonischsten Fashion-Filme der letzten Jahrzehnte. Der Film lebt von seiner Vergangenheit, nicht von seiner Gegenwart.

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