Sie blühen prächtig, duften herrlich und verwandeln unsere Gärten in echte Wohlfühloasen. Doch wer unbedacht pflanzt, holt sich eine unsichtbare Gefahr direkt vor die Haustür. Besonders für Kinder und Haustiere können diese Pflanzen zur tödlichen Falle werden.
Viele dieser botanischen Schönheiten werden ahnungslos im Gartencenter gekauft, weil sie optisch ein echter Hingucker sind. Die Gefahr? Einige von ihnen sehen essbaren Pflanzen zum Verwechseln ähnlich oder bilden verführerische, farbenfrohe Beeren, die auf Kinder eine magische Anziehungskraft ausüben. Wir zeigen Ihnen, welche Pflanzen Sie sofort aus Ihrem Garten verbannen (oder gar nicht erst pflanzen) sollten.
Seidelbast
Er ist ein absoluter Favorit für Hobbygärtner: Der Echte Seidelbast blüht schon früh im Jahr, verströmt einen herrlichen Duft und besticht durch leuchtend rosafarbene Blüten. Das Problem: Im Juli und August bildet der Strauch rote Beeren, die harmlosen Johannisbeeren verblüffend ähnlich sehen. Für Kinder ein fast unwiderstehlicher Snack. Doch schon wenige Beeren können katastrophale Folgen haben und greifen den Körper massiv an.
Herbstzeitlose
Diese kleine Zwiebelblume ist ein Meister der Tarnung. Im späten Sommer erfreut sie uns mit zartrosa bis lilafarbenen Blüten und sieht dem echten Safran-Krokus täuschend ähnlich. Doch im Frühling wird es richtig gefährlich: Dann treibt sie Blätter aus, die oft von unwissenden Sammlern für Bärlauch gehalten werden. Bereits der Verzehr von zwei bis fünf Gramm der Samen ist tödlich.
Goldregen
Mit seinen opulenten, gelb leuchtenden Blütentrauben holt man sich mit dem Goldregen mediterranes Flair in den Garten. Doch nach der Blüte bildet der kleine Baum Schoten aus, die wie harmlose Erbsen oder Bohnen aussehen. Spielende Kinder "kochen" damit oder probieren die Kerne, eine fatale Verwechslung, die schwere Vergiftungen nach sich zieht.
Eibe
Sie steht in fast jeder Nachbarschaft: Die Eibe. Der robuste Nadelbaum lässt sich wunderbar in Form schneiden und ist der Star unter den Sichtschutz-Hecken. Auch hier ist Vorsicht geboten. Der leuchtend rote, fleischige (und schleimige) Samenmantel zieht Kinder magisch an und ist paradoxerweise der einzige ungiftige Teil der Pflanze. Doch die zerkaute Frucht im Inneren, die Nadeln und die Rinde enthalten das hochgiftige Alkaloid Taxin. Während Menschen selten betroffen sind, herrscht hier vor allem höchste Alarmstufe für Haustiere wie Hunde, Katzen und Pferde.
Maiglöckchen
Es ist der Inbegriff des Frühlings. Das gerade einmal 30 Zentimeter hohe Maiglöckchen bezaubert mit schneeweißen, glockenförmigen Blüten.Allerdings droht hier wie bei der Herbstzeitlosen akute Lebensgefahr durch die Verwechslung mit Bärlauch, zumal beide Pflanzen in der Natur oft direkt nebeneinander wachsen. Wer aus Versehen Maiglöckchen-Blätter ins Pesto mischt, riskiert sein Leben. Im Spätsommer lauern zudem kleine rote Beeren an den Stängeln, die von Kindern schnell in den Mund gesteckt werden.
Die gefährlichsten Giftpflanzen für Ihren Garten
Auf diese Pflanzen sollten Sie besonders verzichten, wenn kleine Kinder oder Tiere zu Ihrem Haushalt gehören:
- Seidelbast (Daphne mezereum)
- Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
- Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)
- Goldregen (Laburnum anagyroides)
- Tollkirsche (Atropa belladonna)
- Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)
- Eibe (Taxus baccata)
- Rizinus (Ricinus communis)
- Maiglöckchen (Convallaria majalis)
- Eisenhut (Aconitum napellus)
Ein schöner Garten muss nicht gefährlich sein. Informieren Sie sich vor dem Kauf genau über die Pflanzen und klären Sie Kinder frühzeitig darüber auf, dass in der Natur niemals unbekannte Beeren oder Blätter gegessen werden dürfen.