Griechenland ohne Massentourismus? Ja, das geht! Eine kleine Kykladen-Insel ist noch nicht überlaufen, bietet aber traumhafte Aussichten, unberührte Natur und wirkliche Ruhe und Entspannung. Wir verraten, wo Sie das ursprüngliche Griechenland noch finden.
Kreta, Rhodos, Santorini: Die bekannten griechischen Inseln sind zweifellos wunderschön, aber leider oft auch sehr teuer und extrem überlaufen. Vor allem im Sommer drängen sich die Touristen in den engen Gassen dicht an dicht, Liegestühle am Strand sind Mangelware und es gibt kaum ein Plätzchen, wo man ungestört die Seele baumeln lassen kann. Doch Griechenland hat viel mehr zu bieten als die typischen Hotspots. Ein wahres Juwel kennen die wenigsten, dabei gehört es zu den schönsten Orten des ganzen Landes.
Kimolos: Das unentdeckte Paradies
Diese griechische Insel kennen Sie bestimmt noch nicht: Die nur 53 Quadratkilometer kleine Insel Kimolos ist bei den meisten Urlaubern noch völlig unbekannt. Sie gehört zur Inselgruppe der Kykladen und liegt nur eine ganz kurze Fährfahrt von ihrer berühmten (und deutlich volleren) Nachbarinsel Milos entfernt. Trotzdem verirrt sich kaum jemand hierher.
Rund 900 Menschen leben dauerhaft auf Kimolos, die meisten von ihnen verdienen ihren Lebensunterhalt ganz traditionell mit dem Fischfang und der Landwirtschaft. Diese herrliche Ruhe und Bodenständigkeit spürt man ab der ersten Sekunde. Wer auf der Suche nach großen Hotelbunkern, lauten Beach-Clubs oder wildem Nachtleben ist, ist hier an der falschen Adresse. Kimolos steht für "Slow Travel", das pure, entschleunigte Leben.
Die absoluten Highlights auf Kimolos
Obwohl die Insel klein ist, hat sie landschaftlich und kulturell so einiges zu bieten. Der Name Kimolos leitet sich übrigens vom griechischen Wort Kimolia ab, was "Kreide" bedeutet. Und das prägt die gesamte Insel:
Der Traumstrand "Prassa"
Durch das weiße Kreidegestein der Insel ist der Sand an diesem Strand strahlend weiß und das Wasser schimmert in einem geradezu unwirklichen, karibischen Türkis. Prassa gilt als einer der schönsten Strände der Ägäis.
Die bunten Bootshäuser von Goupa Kara
Ein absolutes Must-See und das perfekte Fotomotiv. In den weichen Fels am Wasser wurden kleine Garagen für Fischerboote (sogenannte Syrmata) gehauen, deren Holztore in leuchtenden Farben gestrichen sind.
Skiadi, der gigantische Steinpilz
Mitten in der kargen Landschaft erhebt sich eine riesige Felsformation, die durch Winderosion exakt wie ein überdimensionaler Pilz geformt wurde. Die Wanderung dorthin bietet atemberaubende Ausblicke.
Der Hauptort "Chorio"
Ein malerisches Labyrinth aus strahlend weißen Würfelhäusern, blauen Fensterläden, blumengeschmückten Innenhöfen und alten venezianischen Burgruinen. Anstatt Touristenmassen begegnen Ihnen hier in den Gassen vor allem entspannte Katzen und freundliche Einheimische.
So klappt die Anreise ins Traumziel
Dass Kimolos so unberührt ist, liegt vor allem daran, dass die Insel keinen eigenen Flughafen besitzt. Doch die Anreise ist ein Erlebnis für sich und stimmt perfekt auf den Urlaub ein.
Am einfachsten fliegen Sie nach Athen und nehmen von der benachbarten Hauptstadt aus einen kurzen Inlandsflug auf die Nachbarinsel Milos. Vom kleinen Fischerdorf Pollonia auf Milos setzt dann mehrmals täglich die kleine Autofähre Panagia Faneromeni über. Die Fahrt zum winzigen Hafen Psathi auf Kimolos dauert gerade einmal 30 Minuten. Alternativ können Sie ab dem Hafen von Piräus (Athen) auch direkt eine größere Fähre nehmen, die Sie in etwa 4 bis 6 Stunden nach Kimolos bringt.