Paris Fashion Week
Die letzten Shows der Haute Couture Week: Armani Privé, Elie Saab & Valentino
28.01.2026Paris im Couture-Fieber: Armani Privé, Elie Saab und Valentino zeigen, wie unterschiedlich Haute Couture heute sein kann.
Paris war in den letzten Tagen wieder im absoluten Couture-Rausch. Tüll, Glanz, Drama, aber auch neue Töne, neue Gesichter und frische Richtungen. Die Haute Couture Week neigt sich jetzt dem Ende zu und wir richten unseren Blick auf die letzten großen Shows der Modewoche: Armani Privé, Elie Saab und Valentino. Spoiler: Jedes Modehaus erzählt Haute Couture auf ihre ganze eigene Art.
Armani Privé: Elfenhaft, elegant und ein neues Kapitel
Diese Show war besonders. Zum ersten Mal präsentierte Armani Privé eine Haute-Couture-Kollektion ohne Giorgio Armani persönlich an der Spitze. Die kreative Leitung übernahm Silvana Armani, seine Nichte und sie machte ziemlich klar: Das Erbe ist in sicheren Händen. Die Kollektion lieferte genau das, was man von Armani erwartet: zeitlose Eleganz, die nie laut ist, aber immer wirkt.
Die Looks bewegten sich zwischen schwebend und skulptural. Viel transparente Leichtigkeit, zarte Stoffe, fließende Silhouetten, sogar transparente Krawatten blitzten auf. Dazu ein neuer Signature-Ton: Salbeigrün, der sich wie ein frischer Wind durch die Show zog. Natürlich durfte auch der typische Armani-Schimmer nicht fehlen - kleine, glitzernde Highlights statt voller Disco-Kugel. Das Gesamtgefühl: modern, sleek, elfenhaft. Couture, die nicht verkleidet, sondern veredelt.
Die Stars bei Armani Privé
Warum so viele Stars für große Red-Carpet-Momente auf Armani Privé setzen, wurde hier wieder einmal offensichtlich. In der Front Row saßen unter anderem Michelle Pfeiffer, Kate Hudson, Diane Kruger, Nicky Hilton und Gemma Chan.
Elie Saab: Haute Couture wie flüssiges Sonnenlicht
Wenn Elie Saab eine Haute-Couture-Show macht, dann weiß man: Es wird glänzen. Aber diesmal war es kein lautes Glitzern, sondern ein goldener Schimmer wie die letzten Sonnenstrahlen, die sich auf dem Wasser spiegeln. Die Kollektion fühlte sich an wie Golden Hour in Stoffform.
Ganz viel Transparenz, hauchdünne Lagen, feine Stickereien, zarte Federn und fließende Stoffe, die sich bei jedem Schritt bewegt haben, als wären sie Teil der Luft. Farblich bewegte sich alles zwischen Nude-Tönen, warmem Gelb und sanften Goldnuancen - elegant, weich, fast schwerelos. Diesmal gab es: tiefer sitzende Taillen, asymmetrische Schnitte, Drapierungen, die den Körper nicht einengen, sondern umspielen. Weniger Prinzessinnenrobe, mehr moderne Göttin.
Valentino: Der spektakulärste Runway der Modewoche
Wenn eine Show aussah wie ein Mode-Fiebertraum, dann diese. Valentino lieferte mit Abstand den spektakulärsten Catwalk der Couture-Woche. Der Runway bestand aus einzelnen Kapseln mit Gucklöchern für die Front Row, als würde man Kunst in einem Museum betrachten. Front Row saßen unter anderem Dakota Johnson, Tyla, Kirsten Dunst und Lily Allen. Allein das Line-up war schon red carpet coded.
Der Auftakt? Ein dramatisches Kleid in ikonischem Valentino-Rot und eine klare Hommage an Valentino Garavani, der kürzlich verstorben ist. Ein stiller, aber extrem kraftvoller Moment gleich zu Beginn der Show. Das ganze Setting war kein Zufall: Alessandro Michele stellte seine Show unter das Konzept „Specula Mundi“, eine Idee über das Sehen, das Beobachtet-Werden und darüber, wie Mode wahrgenommen wird. Die Kapseln, die Gucklöcher, das Gefühl, Teil einer Installation zu sein, alles spielte mit dem Blick und damit, wer hier eigentlich wen betrachtet.
Und dann ging es los: Glamour, Drama, Maximalismus: Alles auf 300 Prozent. Genau so, wie man es von Alessandro Michele kennt. Die Kollektion explodierte vor Details: opulente Stickereien, ausufernde Kragen, riesige Schleifen, Schleppen, Glitzer, Muster, transparente Stoffe, Schleier, Kopfschmuck, Federn, Heiligenschein-Elemente. Jedes Outfit wirkte wie eine eigene Figur aus einem barocken Fantasy-Universum.
Armani Privé flüstert. Elie Saab träumt. Valentino schreit in Schönheit.