Mit Pink, Pilzen und purer Starpower hat Matthieu Blazy Chanel nicht nur neu begrüßt, er hat es neu verzaubert – und macht Couture auf einmal tragbar.
Wenn Chanel zur Haute Couture Show ruft, kommt die Welt nach Paris – und selten war die Erwartungshaltung so elektrisierend wie bei dieser Modenschau. Denn heute ging es um weit mehr als um Mode: Es ging um einen Neuanfang. Um das viel diskutierte Couture-Debüt von Matthieu Blazy an der Spitze eines der größten Modehäuser der Welt. Und Blazy lieferte – visuell, emotional und modisch – ein Statement, das noch lange nachhallen wird.
Eine Kulisse wie aus einem Traum
Wer eine klassische, elegante Chanel-Inszenierung erwartet hatte, wurde heute Morgen überrascht. Statt gediegener Grand-Palais-Opulenz tauchten die Gäste in eine surreale, fast märchenhafte Welt ein: Ein pinker Laufsteg, flankiert von leuchtend rosa Trauerweiden, dazwischen überdimensionale Pilze.
Doch diese Wahl war alles andere als zufällig. Pilze stehen symbolisch für Glück, Erleuchtung und spirituelles Wachstum. Die Trauerweide steht symbolisch für Melancholie und Abschied – ein perfektes Sinnbild für Blazys Neubeginn bei Chanel. Die Kulisse fühlte sich an wie ein modisches Manifest: Chanel ist bereit, sich neu zu erfinden, ohne seine Wurzeln zu verlieren.
Hollywood und Pop in der Front Row
Natürlich ließ sich die internationale Star-Elite dieses Spektakel nicht entgehen. In der Front Row funkelte es fast so sehr wie auf dem Laufsteg:
- Dua Lipa, cool und modern wie eh und je
- Penélope Cruz, zeitlos elegant
- Tilda Swinton, avantgardistisch und intellektuell
- Nicole Kidman, pure Hollywood-Glamour
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Blazys Handschrift: Klassisches Chanel trifft auf poetische Leichtigkeit
Auffällig war, wie sehr Blazys Couture-Debüt stilistisch an Ready-to-Wear erinnerte. Viele Looks wirkten bewusst tragbar, weich und alltagsnah – fast so, als würde Chanel seine Kundinnen sanft an diese neue kreative Handschrift heranführen. Statt überbordender Dramatik setzte Blazy auf fließende Linien, leichte Materialien und eine ruhige, fast poetische Eleganz.
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Die Silhouetten wirkten modern, aber nie beliebig. Farblich dominierte eine klassische Chanel-Palette:
- Weiß und Schwarz als elegante Basis
- dazu leuchtende Akzente in Rot, Pink und Gelb, die die verspielte Kulisse aufgriffen
In den Materialien zeigte sich die ganze Couture-Virtuosität des Hauses:
- Tweed, das ikonische Herz von Chanel
- zarter Tüll und transparente Stoffe, die den Looks eine fast schwerelose Sinnlichkeit verliehen
- Federn, die Bewegung und Drama brachten
Eine der meist erwarteten Shows
Dass die Chanel Haute Couture Show zu den Highlights jeder Saison zählt, ist keine Neuigkeit. Doch dieses Jahr war alles anders: Die Modewelt blickte auf Matthieu Blazy, auf seine Vision, auf seine Fähigkeit, ein Erbe zu tragen und gleichzeitig neu zu schreiben.
Nach dieser Show ist klar: Chanel ist angekommen in einer neuen Ära – mutiger und verspielter, aber weiterhin unverkennbar luxuriös.