Hoermanseder im Talk

Marina Hoermanseder: So entstand Heidi Klums 30.000-Euro-Kleid: "Ein Jahr Arbeit, sitzen unmöglich"

02.02.2026

Heidi Klums Aufreger-Kleid bei den Grammys stammt aus dem Atelier von Austro-Designerin Marina Hoermanseder. Im MADONNA-Talk erzählt die "Schnallen-Queen", wie das Naked-Dress zustande kam, was es kostet und warum die Verleihung für Heidi ein unbequemer Abend wurde.

Zur Vollversion des Artikels
© Marina Hoermanseder
Zur Vollversion des Artikels

Der Ausdruck "wie auf den Leib geschneidert" hat seit der 68. Verleihung der Grammy Awards in Los Angeles eine neue Bedeutung! Denn tatsächlich wurde Heidi Klum ihr aufsehenerregendes Nackt-Kleid direkt auf den Body "gemeißelt". Die österreichischen Designerin Marina Hoermanseder, die Heidi seit mehreren Jahren aus ihrer TV-Show "Germany's Next Topmodel" kennt, wurde direkt von Klum mit der Kreation beauftragt. "Eine unglaubliche große Ehre für mich", freut sich die in Berlin ansässige Austro-Designerin im Gespräch mit MADONNA.

© Stephie Braun/Ioniq
 

Wie das Projekt genau verlief, was ein derart ungewöhnliches Kleid kostet und wie man sich darin (nicht) bewegen kann, verrät sie hier: 

© Getty Images

"Heidis Körper stand wochenlang in meinem Atelier"

Frau Hoermanseder, wie kam es denn zu dieser doch sehr außergewöhnlichen Kreation für Heidi Klums Grammy-Auftritt? 
Marina Hoermanseder: Wir kennen uns ja schon längere Zeit und Heidi hat meine Arbeit mit orthopädischen Korsetts und Schnallen immer schon gut gefallen. Sie hat immer gesagt: "Einmal musst mir so ein Kleid machen." Und dann kam der Tag, an dem sie anrief und meinte, dass es nun soweit ist. Ich habe mich natürlich riesig gefreut. Aber wir mussten zunächst einen Modus finden, wie wir unsere Idee auf den Boden bringen. 

Weil für das Kleid ja ein 3D-Abdruck ihres Körpers gemacht werden musste... 
Hoermanseder: Genau! Das Gute war aber, dass Heidi ja auch für ihre Halloween-Kostüme stets derartige Körperabdrucke machen lässt. Also konnte sie diesen für unser Kleid gleich in L.A. anfertigen lassen. Dieser wurde mir dann zugeschickt - und daraus wurde dann sozusagen eine zweite Haut aus Leder gegossen. Das Lustigste war, dass Heidis Körper wochenlang bei uns im Atelier stand. (lacht) 

© Marina Hoermanseder
 

Ein Jahr Arbeit vom Konzept bis zum Auftritt

Wie lange dauert denn ein solch aufwendiges Mode-Projekt? 
Hoermanseder: Wir haben gut ein Jahr daran gearbeitet. Beginnend mit der Idee, der Konzeption, der Abdruck, das Anfertigen. Ich bin auch zu Heidi geflogen, um mit einer Farbkarte ihren exakten Hautton zu eruieren, sonst sieht das Kleid ja komisch aus, wenn es eine andere Farbe hat als ihre Haut. Und dann kam endlich die spannende Anprobe: Das war der aufregendste Moment, als ich Heidi das Kleid nach L.A. schickte und ja nicht wusste, ob es ihr wirklich passt. 

© Marina Hoermanseder
 

Rund 30.000 Euro würde das Kleid kosten - Heidi bekam es gratis 

Schließlich kann sich  ja der Körper im Laufe eines Jahres verändern... 
Hoermanseder: Klar, aber Heidi hat hineingepasst! Außerdem ist sie ja als Topmodel gewohnt, sich für einen Auftritt innerhalb kürzester Zeit fit zu machen. (lacht) Sie hat mir dann das Video von der Anprobe geschickt und war selbst total begeistert. 

© Marina Hoermanseder

© Marina Hoermanseder
 

Für Sie ist der Auftritt in Ihrem Kleid freilich ein riesen Hype. Was würde denn solch ein Kleid kosten, wenn man es sich anfertigen ließe?
Hoermanseder: Da der Anfertigungsprozess enorm aufwendig ist, mit dem Abdruck, der orthopädischen Arbeit und allem Drum und Dran käme man sicher auf rund 30.000 Euro. 

Musste Heidi zahlen? 
Hoermanseder: Nein. Es war mir eine Ehre, das für sie machen zu dürfen. Außerdem ließ sie ja die Abdrucke selbst anfertigen. 

© Getty Images

Sitzen und zur Toilette gehen? Unmöglich! 

Das Kleid ist ja nicht nur teuer, sondern wohl auch ziemlich unbequem... 

Hoermanseder:  (lacht) Ja, das stimmt! Heidi konnte darin jedenfalls nicht sitzen - und auch nicht zur Toilette gehen. Aber für so einen Auftritt nimmt sie das gerne in Kauf, sie ist ein Vollprofi - und kennt solche modischen Umstände ja schon von ihren Halloween-Kostümen. 

Weitere Artikel