Jährlicher Report
Hochzeitstrends 2026 laut Pinterest - und was eine Expertin dazu sagt
20.05.2026Mehr Glamour, mutigere Brautlooks und Hochzeiten, die aussehen wie aus einem Pinterest-Board: Der neue Hochzeitsreport 2026 zeigt, welche Trends jetzt wirklich angesagt sind und Hochzeitsplanerin Chiara Krenk verrät, welche davon tatsächlich in Österreich ankommen.
Hochzeiten werden 2026 persönlicher, verspielter und deutlich weniger traditionell. Das zeigt der neue Pinterest Hochzeits-Trendreport 2026, der gemeinsam mit Zalando veröffentlicht wurde. Denn Paare planen ihre Hochzeit längst nicht mehr einfach nur nach klassischen Regeln, sie inszenieren sie inzwischen fast wie eine eigene kleine Welt. Standardisierte Abläufe und steife Traditionen rücken immer mehr in den Hintergrund. Stattdessen geht es darum, Persönlichkeit zu zeigen und einen Tag zu schaffen, der sich wirklich nach einem selbst anfühlt.
Da natürlich nicht jeder internationale Trend automatisch auch in Österreich ankommt, haben wir außerdem bei Hochzeitsplanerin Chiara Krenk von Luna Chiara Events & Social Club nachgefragt, welche Trends sie tatsächlich beobachtet und welche eher Pinterest-Fantasie bleiben.
Die Hochzeit beginnt längst vor dem Altar
2026 startet die eigentliche Hochzeitsästhetik nicht erst am Hochzeitstag selbst. Bereits Verlobungsfotos und die Zeit davor werden deutlich persönlicher inszeniert. Statt klassischer Studio-Shootings setzen viele Paare jetzt auf natürliche Momente: ein gemeinsamer Cafébesuch, Date-Night-Vibes oder Fotos an Orten, die emotional wichtig sind. Alles wirkt weniger gestellt und deutlich dokumentarischer, fast wie Szenen aus einem Indie-Film statt aus einem klassischen Hochzeitskatalog.
Farbpaletten werden dunkler und gleichzeitig märchenhafter
Auch die Farbwelten verändern sich stark. Pinterest prognostiziert satte Töne wie Pflaume, Olive oder Merlot kombiniert mit schimmernden Pastellfarben und Chrom-Details. Laut Hochzeitsplanerin Chiara Krenk zeigt sich vor allem ein Trend ganz klar: Silber und Chrom lösen langsam das jahrelang dominierende Gold ab. Besonders beliebt seien aktuell Kombinationen aus klassischem Weiß, Olive und silbernen Akzenten. Bei Pflaume oder Merlot sieht sie den Trend in Österreich dagegen noch weniger stark, vor allem weil Blumenarrangements stark saisonabhängig sind. Was sie allerdings definitiv beobachtet: deutlich mehr Mut zu Farbe bei Frühlings- und Sommerhochzeiten.
Hochzeiten sollen sich wie Filmsets anfühlen
Auch bei den Locations verändert sich gerade einiges. Klassische Ballsäle verlieren zwar nicht komplett an Bedeutung, trotzdem wünschen sich viele Paare inzwischen Orte mit Charakter und Atmosphäre. Pinterest beschreibt den Trend als immersive Hochzeiten, also Feiern, die sich fast wie Filmsets anfühlen.
Chiara Krenk meint dazu allerdings: Nicht jede außergewöhnliche Location passt automatisch zu jedem Paar. Gerade in Österreich spiele die Gästeanzahl weiterhin eine große Rolle. Kleine Hochzeiten würden oft eher intime Locations mit Übernachtungsmöglichkeit bevorzugen, während größere Hochzeiten nach wie vor dieses prunkvolle „Palais-Feeling“ suchen. Den Party-Vibe-Trend beobachtet sie zwar ebenfalls, wirklich neu sei dieser allerdings nicht.
Maximalismus statt Minimalismus
Während Hochzeiten jahrelang eher clean und minimalistisch gestaltet wurden, geht der Trend jetzt klar in Richtung Extravaganz.
- Mehr Stoffe.
- Mehr Floristik.
- Mehr Drama.
Und genau das beobachtet auch die Hochzeitsplanerin: „Deko-Highlights sind 2026 ein absolutes Must-have.“ Vor allem große Stoffinstallationen und auffällige Blumenkonzepte seien aktuell extrem gefragt. Der romantische Maximalismus mit viel Atmosphäre und opulenten Details setzt sich immer stärker durch.
Hochzeitstorten werden jetzt richtig skurril
Auch die klassische Hochzeitstorte verändert sich gerade komplett. Pinterest sieht verspielte Designs, surreal wirkende Torten und individuelle und humoristische Looks im Kommen, weg von der perfekten weißen Standardtorte. Humor spiele laut Chiara Krenk zwar weniger eine Rolle als Pinterest vermuten lässt, verspielter werde es aber definitiv. Vor allem: Die klassische dreistöckige Hochzeitstorte verliert an Bedeutung. Stattdessen beobachtet sie aktuell einen kleinen Hype rund um italienische Hochzeitstorten.
Analoge Nostalgie erlebt ihr großes Comeback
Camcorder, Polaroids, Video-Gästebücher und Vintage-Fotoboxen tauchen aktuell auf immer mehr Moodboards auf. Pinterest interpretiert das als Gegenbewegung zur ständigen Digitalisierung. Chiara Krenk sieht das etwas nüchterner: Gästebücher und Polaroids seien eigentlich nie wirklich verschwunden. Den Vintage-Vibe beobachtet sie zwar ebenfalls, komplett durchgesetzt habe sich dieser Trend bisher aber noch nicht. Vintage-Fotoboxen mit Sofortdruck würden allerdings immer häufiger angefragt werden.
Brautlooks werden mutiger
Besonders auffällig wird der Wandel aktuell bei den Bridal Looks. Kopfschmuck, auffällige Schleier, Statement-Schmuck und mutigere Styling-Konzepte gewinnen immer mehr an Bedeutung. Pinterest sieht hier einen klaren Trend hin zu individuelleren und editorial-inspirierten Looks. Und auch das bestätigt die Hochzeitsplanerin: Klassische Bräute gebe es natürlich weiterhin, aber vieles werde deutlich lockerer und kreativer. Vor allem beim Schleier sei heute viel mehr möglich als früher. Gleichzeitig beobachtet sie bei manchen Bräuten immer stärker den Wunsch nach editorialartigen Fashion-Looks. Oder anders gesagt: Weniger „perfekte Prinzessin“, mehr Vogue Bridal.
Hochzeitsmode wird wandelbarer
Außerdem sollen Looks immer vielseitiger werden. Viele Kleider besitzen jetzt:
- abnehmbare Lagen
- unterschiedliche Styling-Optionen
- oder wandelbare Silhouetten.
So kann ein Outfit von der Trauung direkt zur Party transformiert werden, quasi Outfit Change ohne echtes Umziehen. Auch 80s-Einflüsse und genderfluide Schnitte werden immer sichtbarer.
Auch Männer greifen zu mehr Farbe
Nicht nur bei Brautkleidern verändert sich etwas. Auch bei Anzügen werden traditionelle Farben langsam aufgebrochen. Laut Chiara Krenk sieht man 2026 auch in Österreich zunehmend weichere Farbtöne und individuellere Looks, meist passend zum gesamten Farbkonzept der Hochzeit. Komplett neu sei dieser Trend allerdings nicht.
Beauty wird glamourös, aber nicht zu perfekt
Bei Haaren und Make-up geht der Trend Richtung „Undone Glam“. Volumen, weiche Texturen und leicht unperfekte Stylings lösen den ultrasteifen Bridal-Look langsam ab. Inspirationen kommen dabei oft aus:
- Vintage Hollywood
- Telenovelas
- oder den frühen 2000ern.
Das Ergebnis: glamourös, emotional und deutlich weniger geschniegelt.
Hochzeiten sollen sich wieder echter anfühlen
Was alle Trends gemeinsam haben? 2026 geht es weniger darum, wie eine Hochzeit „sein sollte“, sondern wie sie sich für das Paar richtig anfühlt.