Shitstorm!
Neues KI-Feature „Chemistry“ auf Tinder sorgt für mächtig Ärger
14.04.2026Der Frust auf Dating-Apps erreicht einen neuen Höhepunkt. Um uns vor dem Dating-Burnout zu retten, setzt Tinder jetzt auf Künstliche Intelligenz. Doch der digitale Liebes-Algorithmus löst statt Schmetterlingen im Bauch vor allem eines aus: einen massiven Shitstorm.
100 Dates, toxische Situationships und am Ende wird man doch wieder geghostet: Willkommen am Dating-Markt 2026. Die Partnersuche ist für viele längst kein aufregendes Abenteuer mehr, sondern mutiert zum kräftezehrenden Vollzeitjob. Um die verblassenden Erfolgschancen wieder anzukurbeln, greift Tinder nun tief in die Tech-Trickkiste und präsentiert ausgerechnet eine Künstliche Intelligenz als neuen Amor.
„Chemistry“: Wenn die KI die Chemie berechnen soll
Das neue, (noch) optionale Hilfsmittel von Tinder trägt den ironischen Namen „Chemistry“ (Chemie). Das Ziel: Ein personalisiertes, tiefgründigeres Dating-Erlebnis, das den Fokus weg von reiner Oberflächlichkeit lenkt.
Statt sich stundenlang durch endlose Profile zu wischen und Gesichter wie am Fließband wegzudrücken, verspricht „Chemistry“ Entschleunigung. Nutzerinnen und Nutzer erhalten täglich eine „kuratierte Empfehlung“, handverlesen von der Künstlichen Intelligenz. Dafür fließen kurze Fragen, angegebene Präferenzen sowie Persönlichkeitsmerkmale und Interessen in den neuen Matching-Algorithmus ein.
Doch das ist noch nicht alles: Wer will, kann der App Zugriff auf sogenannte „Foto-Insights“ gewähren. Dabei werden die Aufnahmen direkt auf dem Smartphone gescannt und analysiert, um noch präzisere Partnervorschläge ausspucken zu können. Spätestens hier hört für viele der Spaß auf.
Shitstorm für Tinder: Datensammeln im großen Stil?
Kaum wurde die Innovation angekündigt, hagelt es auch schon heftige Kritik. In den sozialen Netzwerken entlädt sich der Frust der User. Auf Instagram fassen Kommentare die Stimmung perfekt zusammen: „Ich habe endgültig genug von Dating-Apps“, schreibt ein User. Ein anderer warnt treffend: „Datensammeln im großen Stil.“
Die Skepsis ist riesig und das belegen auch aktuelle Zahlen. Eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter Internet-Usern ab 16 Jahren zeigt ein klares Bild:
- 77 Prozent der Frauen und
- 69 Prozent der Männer
finden es „problematisch“, wenn KI zu tief in den hochsensiblen Bereich von Liebesbeziehungen vordringt.
Wann kommt der KI-Amor nach Österreich?
Wer die neue Funktion selbst testen (oder boykottieren) möchte, muss sich im deutschsprachigen Raum noch gedulden. Derzeit befindet sich „Chemistry“ in der Testphase und ist nur für User in Australien und Neuseeland freigeschaltet. Eine Ausweitung auf weitere Länder ist für die kommenden Monate geplant. In Österreich und den Nachbarländern ist das Feature aktuell noch nicht verfügbar.