Mordversuch
160-Kilometer-Verfolgungsjagd: Audi-Raser vor U-Haft
12.02.2026Ein 29-jähriger Deutscher ignorierte eine Straßensperre, versuchte, mehrere Polizeiautos zu rammen, und soll direkt auf einen Bauarbeiter zugefahren sein - gegen den Raser wird jetzt sogar wegen Mordversuchs ermittelt.
OÖ, NÖ. Jener komplett durchgeknallte Audi-Rowdy, der sich am Montagabend eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei zwischen Wels und Altlengbach geliefert hat, sieht sich jetzt mit harten Justizkonsequenzen konfrontiert.
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Der Raser mit deutscher Staatsbürgerschaft war mit seiner Audi-Limousine erstmals gegen 21.15 Uhr auf der Welser Autobahn (A25) "unangenehm aufgefallen": Im Bereich Terminal Wels wurde die Autobahn wegen Bodenmarkierungsarbeiten nämlich durch eine Polizeistreife komplett gesperrt. Zwei Dienstautos standen jeweils in der Mitte der beiden Fahrstreifen. Der irre Bleifuß missachtete jedoch die Straßensperre und donnerte rechts an einem Streifenwagen vorbei.
Die Beamten nahmen sofort die Verfolgung auf.
Lange Haftstrafe, wenn es zur Anklage kommt
Doch in Altlengbach in Niederösterreich konnte der Raser gestoppt und festgenommen werden. Dazwischen lag eine 160 Kilometer lange Verfolgungsjagd über die Westautobahn (A1), im Zuge derer er mehrfach versuchte, Streifenwagen zu rammen oder rüde abzudrängen. Dazu laufen die Ermittlungen wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, eventuell könnte auch vorsätzliche Gemeingefährdung in Betracht kommen.
Noch viel schwerer wiegt allerdings der Vorwurf, er sei auf der Baustelle direkt auf einen Bauarbeiter zugefahren, der sich nur durch einen Sprung zur Seite retten konnte - laut Zeugenaussage auch nur deshalb, weil er durch das Folgetonhorn der Einsatzkräfte auf den Pkw aufmerksam wurde. Daher laufen auch Ermittlungen wegen versuchten Mordes. Die Staatsanwaltschaft Wels hat Untersuchungshaft beantragt, im Lauf des Donnerstag dürfte darüber entschieden werden.
Ähnlicher Fall im Vorjahr - ebenfalls in Wels
Erst im November des Vorjahrs war ein Autoraser in Wels wegen Mordversuchs vor Gericht gestanden. Er wurde allerdings von diesem Vorwurf freigesprochen. Der Ungar hatte sich Ende Jänner eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert, die mit einem Unfall mit mehreren Verletzten endete. Die Geschworenen sahen damals allerdings "nur" schwere Körperverletzung, Gefährdung der körperlichen Sicherheit sowie vorsätzliche Gemeingefährdung. Sein Strafmaß wurde vom Oberlandesgericht von zweieinhalb auf drei Jahre angehoben. Der aktuelle Fall ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft aber anders gelagert, weil der Lenker direkt auf den Bauarbeiter zugefahren sein soll.