Nach den furchtbaren Ereignissen in Kitzbühel - eine 48-Jährige tötete ihren Sohn Sebastian (5) und beging dann Selbstmord - hat der geschockte Bürgermeister des Nobelskitorts alle Faschingsaktivitäten abgesagt. Unterdessen gibt es einen neuen schrecklichen Verdacht,
Tirol. In einer offiziellen Aussendung der Gemeinde wendete sich Bürgermeister Klaus Winkler am Mittwoch an die Einwohner der Gamstadt. Dabei schreibt er, dass sich "aufgrund der tragischen Ereignisse mit zwei verstorbenen Mitbürgern die Stadt Kitzbühel von allen Faschingsaktivitäten zurückzieht." Selbst offenbar tief geschockt - die mutmaßliche Täterin arbeitete einst auf der Gemeinde, zuletzt allerdings in Kufstein - begründete der Politiker, weshalb unter anderem der für kommenden Dienstag geplante Faschingsumzug offiziell abgesagt wurde: "In diesen schwierigen Tagen wollen wir zusammenhalten und gemeinsam trauern. Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Verwandten, Freunden und Bekannten" der beiden Toten.
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Wie berichtet, wurden am Dienstag um 13.30 Uhr in einer Wohnung am Rennfeld unweit des Bahnhofes von Kitzbühel die 48-jährige Dagmar S. und ihr Sohn Sebastian tot aufgefunden. Was sich genau in dem Haus abgespielt hat und wie der Bub ums Leben gekommen bzw. unter welchen Umständen der 5-Jährige getötet wurde, ist nach wie vor unklar. Die Mutter und mutmaßliche Täterin beging anschließend Selbstmord durch Erhängen. Die Leichen waren von einer Person "im Umkreis der Frau" aufgefunden worden, die dann auch Alarm schlug.
Keine Klarheit nach Ergebnis der Obduktion
Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Eine Obduktion an der Gerichtsmedizin in Innsbruck wurde angeordnet, das Ergebnis ist unklar: Es würde keine sichtbaren Zeichen einer Gewalteinwirkung geben, weitere histologische und toxikologische Untersuchen sind nun für die Klärung der Todesursache erforderlich. Der Bub könnte möglicherweise vergiftet worden sein. Bei seiner Mutter konnten keine Anzeichen von Fremdeinwirkung festgestellt werden - bei ihre wird eindeutig von einem Suizid ausgegangen.
Mutter und Sohn wohnten hatte in der Unterkunft im ersten Stock gewohnt und dort sehr zurückgezogen gelebt. Ein ehemaliger Kollege auf der Gemeinde hat sie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr von Angesicht zu Angesicht gesehen - "sie soll ihr Kind aber sehr geliebt haben".
Wie die Leiterin des Landeskriminalamtes, Katja Tersch, gegenüber dem ORF Tirol sagte, sei die Tatortarbeit noch im Gange, es würden noch Spuren gesichert. Außerdem gebe es noch weitere Befragungen, was das Motiv anbelange und auch das Umfeld der Frau und des Sohnes. Man gehe weiter davon aus, dass die Mutter den Buben getötet hatte, sagte Tersch nach Feststehen des Ergebnisses der durchgeführten Obduktion. Die Tat sei jedenfalls im Laufe des Montags verübt worden.
S E R V I C E - Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.