Wichtiger Lostag

Bauernregel: "… so bleibt’s noch 40 Nacht"

22.02.2026

Der 22. Februar markiert im Bauernkalender einen echten Wendepunkt. 

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Es ist der Tag von „Petri Stuhlfeier“ (Cathedra Petri). Während wir heute einfach die Wetter-App checken, blickten die Menschen früher an diesem Tag besorgt zum Himmel oder auf die gefrorenen Bäche. Denn für sie war klar: Petrus hält heute den Schlüssel für den restlichen Frühling in der Hand.

Die wichtigsten Regeln

Hier ist ein Blick auf die meteorologische „Glaskugel“ dieses besonderen Tages.

  • Die bekannteste Regel für diesen Tag ist gleichzeitig eine kleine Drohung für alle Sonnenanbeter:
    „Ist es an Sankt Peter kalt, hat der Winter noch lange Halt.“
    Das Prinzip dahinter ist die sogenannte Erhaltungsneigung des Wetters. Hat sich Ende Februar eine stabile Kaltfront festgesetzt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass uns polare Luftmassen noch bis weit in den März hinein begleiten. Der Boden bleibt gefroren, die Saat muss warten.

Doch es gibt auch das optimistische Gegenstück:

  • „Ist es mild und nach Petri offen der Bach, kommt auch kein großes Eis mehr nach.“
    Wenn das Eis auf den Gewässern jetzt bricht und das Wasser fließt, ist das ein starkes Indiz dafür, dass die Sonne bereits genug Kraft hat, um die winterliche Herrschaft dauerhaft zu brechen. Ein „offener Bach“ an Petri Stuhlfeier galt früher als das inoffizielle Startsignal für die Landwirtschaft.


Besonders spannend wird es, wenn man Petrus im Kontext mit dem zwei Tage später folgenden Gedenktag des Heiligen Matthias (24. Februar) betrachtet:

  • Wie’s Petrus vor Mathias macht, so bleibt’s noch 40 Nacht.“
    Diese Regel ist fast schon legendär, denn sie prognostiziert die Witterung für die gesamte Fastenzeit bis hin zu Ostern. Die Zahl 40 ist in der Bauernregel-Tradition oft ein Synonym für eine stabile Wetterlage. Wenn sich zwischen dem 22. und 24. Februar ein Hoch- oder Tiefdruckgebiet einnistet, neigt die Atmosphäre dazu, dieses Muster über Wochen beizubehalten.

Wer also wissen will, ob er im März noch die dicke Winterjacke braucht oder schon die Wanderschuhe schnüren kann, sollte in diesen 48 Stunden ganz genau hinschauen.



Natürlich ersetzt keine Bauernregel die moderne Satellitentechnik. Aber im Kern steckt oft ein Körnchen Wahrheit: Ende Februar entscheidet sich oft, ob der europäische Winter vorzeitig die Segel streicht oder noch einmal zum „Spätwinter-Hammer“ ansetzt.