Investor gesucht
"Tut uns weh": Beliebtes Skigebiet steht vor dem Aus
22.04.2026Dem steirischen Skigebiet Gaberl droht das Aus: Die Betreibergesellschaft sucht dringend nach Investoren – andernfalls könnte der Skibetrieb bereits im kommenden Winter eingestellt werden.
„Es tut uns wirklich weh, dass ein derart traditionsreiches Schigebiet verloren gehen könnte, aber wir schaffen es alleine nicht mehr“, erklärte Geschäftsführer Thomas Gauss von der Gaberl Schilifte GmbH in einer Aussendung. Die wirtschaftliche Lage habe sich in den vergangenen Jahren massiv verschärft. „Die Inflation, die enormen Energie- und Dieselkosten, sowie die immens gestiegenen Lohn- und Lohnnebenkosten machen es unheimlich schwer für uns“, so Gauss. Gleichzeitig seien die Einnahmen nicht im gleichen Maß gewachsen: „Vor allem deshalb, weil die Erlöse durch Liftkarten nicht im gleichen Maße gestiegen sind.“
Auch strukturelle Probleme belasten den Betrieb. Seit der Übernahme im Jahr 2017 habe man mit veralteter Infrastruktur zu kämpfen. Zudem sei die Zahl der Skifahrer seit der Corona-Pandemie rückläufig. „In den vergangenen neun Jahren haben sich die indexgesicherten Pachten um fast 40 Prozent erhöht“, betonte Gauss.
Investor dringend gesucht
Besonders schwierig sei die Situation durch den Klimawandel geworden. Ein verlässlicher Skibetrieb über mehrere Monate sei ohne umfassende Beschneiung kaum mehr möglich – die dafür nötigen Investitionen übersteigen jedoch die finanziellen Möglichkeiten des kleinen Gebiets. Anders als in anderen Regionen gebe es zudem keine Unterstützung durch Gemeinden oder Eigentümer.
Sollte sich in den kommenden Wochen kein Investor finden, droht die endgültige Schließung: „Sollte sich keine Lösung im Sinne einer Übernahme oder eines Einstiegs eines privaten Investors ergeben, werden wir den Schibetrieb wohl oder übel im kommenden Winter nicht mehr weiterführen.“
Im schlimmsten Fall steht sogar der Abbau der gesamten Liftanlage im Raum. Die umliegende Gastronomie bleibt davon jedoch unberührt und will künftig verstärkt auf alternative Winterangebote setzen.