Investitionen

Ski-Alarm in NÖ: Kämpft das Hochkar ums Überleben?

Zweibester Winter seit 15 Jahren - und trotzdem droht dem Hochkar das Aus! Das beliebte Skigebiet in Niederösterreich braucht dringend Millionen-Investitionen. Doch das Land zögert! 

191.000 Besuche, Sonnenschein, traumhafte Pisten - die Saison am Hochkar klingt perfekt. Doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Das bittere Problem: Zu wenig Wasser für die Beschneiung! "Nach der großen Beschneiungsphase war kein Wasser mehr da", klagt Hotelier Johannes Putz, der am Berg gleich 55 Mitarbeiter beschäftigt. Der Speicherteich fasst 90.000 Kubikmeter - gebraucht würde mindestens das Doppelte.

"Schweißausbrüche zu Weihnachten“

Ausgerechnet über die Feiertage - wenn die Kassen klingeln sollten - wurde es am Hochkar brenzlig. Zu warm, zu wenig Schnee. Und während anderswo 90 Prozent der Pisten beschneit werden können, schaffte das Hochkar gerade mal 60 Prozent. Dazu laufen bei mehreren Liftanlagen die Konzessionen aus - bis 2035 müssen Millionen verbaut werden, sonst droht das Aus für ganze Anlagen!

Unternehmer rasten aus!

Die lokalen Wirte und Hoteliers sind am Ende ihrer Geduld. Skihütten-Betreiberin Elfriede Kronsteiner, die selbst eine halbe Million Euro in ihren Wintergarten investiert hat, macht ihrem Ärger Luft: "Jeder Tag, wo nichts passiert, ist ein verlorener Tag - es hätte schon längst etwas passieren müssen!"
Bürgermeister Friedrich Fahrnberger (ÖVP) wird noch deutlicher: "Hinauszögern kann man gar nichts mehr. Jetzt ist Zeit zu investieren!" Das Hochkar sei schließlich "der Garant für Wintertourismus in Niederösterreich."

Zeitpunkt für Spatenstich: ungewiss

ecoplus-Alpin-Chef Markus Redl indes verweist auf "konzeptionelle Schritte" - und bleibt beim Zeitplan eher vage: "Wann wir genau den Spatenstich machen, weiß ich noch nicht."
Der eigentliche Skandal: Die politische Priorität des Landes liegt derzeit 20 Kilometer entfernt - in Lackenhof am Ötscher! Dort versucht man seit fünf Jahren ein Ganzjahreskonzept zu entwickeln. Bisher ohne Erfolg - Grundeigentümer wie Industrie-Milliardär Thomas Prinzhorn sowie die Stifte Lilienfeld und Melk haben einigermaßen „blockiert“.

Bis zu 50 Millionen Euro auf dem Spiel

Insgesamt sollen die nötigen Investitionen am Hochkar rund 50 Millionen Euro kosten - bestätigen will das niemand. Die große Frage: Kann sich Niederösterreich angesichts der Budgetkrise überhaupt beide Skigebiete leisten? Hotelier Putz bringt es auf den Punkt: "Wir haben keine Zeit zu warten!" Doch genau das passiert gerade - und das könnte dem Hochkar zum Verhängnis werden.

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