Studie

Forscher warnen: Zu viel Kaffee lässt das Gehirn schneller altern

29.03.2026

Kaffee ist auch in Österreich das Lebenselixier Nummer eins. Doch eine aktuelle Studie zeigt nun: Wer täglich mehr als drei Tassen trinkt, riskiert ab 60 Jahren einen schnelleren Abbau der geistigen Fitness.

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Laut einer repräsentativen Umfrage vom vergangenen Jahr trinken Menschen in Österreich im Schnitt rund 2,75 Tassen Kaffee täglich. Einer Studie zufolge ist dieser Konsum gesundheitlich unbedenklich. Wer aber mehr Kaffee am Tag konsumiert, sollte aufpassen, denn: Ein hoher Kaffeekonsum von vier oder mehr Tassen täglich beschleunigt den Rückgang der sogenannten "fluiden Intelligenz". Das betrifft vor allem die Fähigkeit, logisch zu denken, Muster zu erkennen und abstrakte Probleme zu lösen.

Diese Daten stammen von Wissenschaftlern aus den USA und Australien, die sie auf der Internationalen Konferenz der Alzheimer's Association (AAIC) b2024 präsentierten. Für ihre Untersuchung beobachteten sie über mehrere Jahre rund 8.500 Menschen mit einem Durchschnittsalter von knapp 68 Jahren.

In der Studie wurden die Teilnehmer in drei Gruppen unterteilt: Nicht-Trinker, moderate Genießer (ein bis drei Tassen) und Vieltrinker. Letztere zeigten einen deutlich schnelleren kognitiven Abbau als die restlichen Probanden. Funktionen wie der Wortschatz oder das Allgemeinwissen verschlechterten sich bei hohem Konsum rascher. Die Forscher stellten fest, dass gerade das logische Denkvermögen unter der hohen Koffeinzufuhr leidet, während moderate Mengen laut früheren Untersuchungen oft sogar schützende Effekte haben können.

Tee als gesunde Alternative

Interessanterweise lieferte die Studie beim Tee ganz andere Ergebnisse. Probanden, die regelmäßig Tee tranken, zeigten deutlich geringere Defizite bei der geistigen Leistungsfähigkeit als jene, die gar keinen Tee konsumierten. Vier oder mehr Tassen Tee pro Tag scheinen sich im Gegensatz zum Kaffee sogar positiv auf die psychische Gesundheit auszuwirken. Warum Tee hier die Nase vorn hat, war nicht direkter Gegenstand der Untersuchung, doch die statistischen Hinweise auf einen Schutz der fluiden Intelligenz sind deutlich.

Die Dosis entscheidet alles

Trotz der Warnung gibt es für Kaffeeliebhaber auch gute Nachrichten: Ein moderater Konsum von ein bis drei Tassen täglich kann den Rückgang mentaler Fähigkeiten sogar bremsen. Dies deckt sich mit älteren Studien, die Kaffee positive Effekte bei der Vorbeugung von Schlaganfällen, Diabetes oder Parkinson zuschreiben. Es kommt also rein auf das richtige Maß an. Wer jedoch die "magische Grenze" von drei Tassen überschreitet, sollte laut den Forschern achtsam sein, um seine geistige Agilität bis ins hohe Alter zu bewahren.

Einschränkungen der Studienergebnisse

Die Experten betonen jedoch, dass es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt. Da die Teilnehmer ihren Konsum selbst angaben, könnten Erinnerungslücken das Ergebnis leicht verzerrt haben. Zudem wurden Faktoren wie die Zubereitungsmethode oder die genaue Sorte nicht berücksichtigt. Die Daten stammen primär von Teilnehmern der UK-Biobank, die im Schnitt einen Body-Mass-Index von 26 aufwiesen, berichtet das Magazin "Geo". Dennoch liefern die Ergebnisse einen wichtigen Anhaltspunkt für die Gesundheitsvorsorge im Alter.