"Fehlverhalten"
Todesopfer in JA Hirtenberg – Beamter suspendiert
30.01.2026Nach dem Tod eines Insassen der Justizanstalt (JA) Hirtenberg (Bezirk Baden) gibt es erste Konsequenzen.
Ein Beamter wurde vom Dienst suspendiert und Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) entschuldigte sich für "Fehlverhalten" bei der Familie des toten Mannes, wie die "Zeit im Bild" am Freitagabend im ORF berichtete. Ein interner Bericht der Generaldirektion belege schwere Fehler: Die Analyse habe die Ministerin nun dazu veranlasst, auch zwei Disziplinaranzeigen einzubringen.
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"Es hat sich gezeigt aufgrund dieses vorläufigen Berichts, dass in der Führungsverantwortung Fehler passiert sind", so Sporrer. Es gehe um Personen, die Verantwortung hätten übernehmen sollen für den Einsatz. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Eisenstadt gegen zwölf Justizwachebeamte. Sie bleiben vorerst weiter im Dienst, sind aber versetzt worden.
Der "Falter" veröffentlichte kürzlich neue Details zu dem Fall, wonach der psychisch Kranke vergangenen Dezember misshandelt worden sein soll. Der Mann starb an den Folgen von Verletzungen, zu denen es im Rahmen eines Häftlingstransports gekommen sein dürfte.
Ministerin entschuldigt sich bei Familie
Gegenüber der Familie des verstorbenen Mannes hat sich Justizministerin Sporrer entschuldigt. Es seien offenbar zentrale Informationen zurückgehalten worden. "Der Fehler hat dann darin bestanden, dass, nachdem der vorläufige Obduktionsbericht vorgelegen ist, keine weitere Kommunikation mit den Eltern aufgenommen worden ist und für diesen Fehler möchte ich mich hier als Ressortverantwortliche ausdrücklich entschuldigen", so Sporrer.
Zudem wurde angekündigt, dass in der kommenden Woche eine externe Kommission mit Experten aus den Bereichen Strafvollzug, Psychiatrie und Menschenrechte präsentiert werden soll. Die Fachleute sollen auch prüfen, warum der Häftling überhaupt in Hirtenberg und nicht sofort in einer stationären Psychiatrie untergebracht worden ist.