33 Seniorinnen und Senioren kamen in Niederösterreich im Vorjahr bei Verkehrsunfällen ums Leben. Gegenüber dem Jahr 2024 ist die Zahl der tödlich verletzten Seniorinnen und Senioren um 27 Prozent gestiegen.
Im Jahr 2025 starben in Niederösterreich 108 Menschen bei Verkehrsunfällen. 33 davon waren Seniorinnen und Senioren. Die Zahl der tödlich verunglückten älteren Menschen ist damit im Vergleich zu 2024 um 27 Prozent stark gestiegen. Die meisten tödlich Verunglückten in dieser Altersgruppe waren Pkw-Insassen. Insgesamt elf ältere Menschen kamen bei Autofahrten ums Leben. Der VCÖ sieht einen klaren Zusammenhang mit der Abhängigkeit vom Auto. Ältere Menschen bräuchten bessere Alternativen zum Individualverkehr. Wer seinen Führerschein freiwillig zurückgibt, soll künftig drei Jahre lang ein kostenloses Klimaticket Region erhalten. So stellt sich der VCÖ einen wirksamen Anreiz vor.
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Gefährliche Ausfahrten mit E-Bike und Fahrrad
Auch E-Bikes forderten viele Opfer. Sieben Seniorinnen und Senioren starben im Vorjahr bei Unfällen mit elektrisch unterstützten Fahrrädern. Fünf weitere verunglückten mit herkömmlichen Rädern. "Da für ältere Menschen aufgrund ihres allgemeinen Gesundheitszustands das Risiko tödlicher Verletzungen bei einem Unfall höher ist, sind für sie baulich getrennte, sichere Radwege besonders wichtig", so VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Viele Strecken zwischen Wohnsiedlungen und den nächsten Ortszentren seien nur über Freilandstraßen erreichbar. Genau dort fehle es oft an sicheren Radwegen.
Fünf tote Fußgänger
Auch als Fußgängerinnen und Fußgänger sind ältere Menschen gefährdet. Fünf von ihnen wurden im Vorjahr im Straßenverkehr getötet. Der VCÖ verweist auf Mobilitätserhebungen, wonach der Anteil des Zu-Fuß-Gehens mit dem Alter steigt. "Eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung in Gemeinden und Städten mit Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 statt 50 ist für ältere Menschen besonders wichtig", so Jaschinsky.
Männer besonders betroffen
Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern. In der Generation 65 plus kamen 25 Männer bei Verkehrsunfällen ums Leben. Damit waren es dreimal so viele wie Frauen im selben Alter. Die VCÖ-Expertin fordert, die demographische Entwicklung ernst zu nehmen. Die Zahl älterer Menschen werde in den kommenden Jahren weiter steigen. "Unser Verkehrssystem muss auf ältere Menschen mehr Rücksicht nehmen. Umso wichtiger ist es, rascher Maßnahmen umzusetzen, die unser Verkehrssystem seniorengerecht machen", sagt Jaschinsky.