Ein Wunder

Bomben-Opfer wieder im Dienst

24.04.2009

Nach dem hinterhältigen Sprengstoff-Anschlag auf die Polizei in St. Johann vom 28. März gibt es noch immer keine heiße Spur.

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Bomben-Opfer
Exakt 27 Tage nach dem hinterhältigen Sprengstoff-Anschlag auf die Polizeistation in St. Johann steht Bomben-Opfer Josef Rainer (50) wieder im Dienst. Die feige Attacke hat Spuren hinterlassen: „Ich versuche, bewusster zu leben“, erklärte der Polizist gegenüber dem ORF.

Kabeltrommel-Anschlag
Wie berichtet, hatten unbekannte Täter bereits in der Nacht auf den 12. Februar eine Kabeltrommel vor der Polizei abgestellt. Die Beamten dachten, Bauarbeiter hätten das Gerät vergessen und stellten es in der Garage ab.

Als der stellvertretende Inspektionskommandant am Samstag, den 28. März, seinen Streifenwagen reinigen wollte, steckte er den Staubsauger an der Kabeltrommel an, und es kam zur Explosion. „Zuerst hat der Schmerz alles übertönt. Ich bin aus der Waschbox hinaus und habe versucht, mich zu fangen“, erinnert sich Rainer an die schrecklichen Momente zurück.

Brutale Details
Durch die Detonation flogen dem Beamten die Trümmer um die Ohren und zerfetzten seine Kleidung – der 50-Jährige erlitt schwere Verletzungen: „Ich habe stark geblutet. Es hat mir Teile der Kabeltrommel unter die Haut hineingesprengt.“

Trotzdem hatte das Opfer noch Glück im Unglück. Denn das verwendete Sprengstoff-Gemisch aus Gelatin und Donarit war nicht mehr frisch. Es explodierte daher nur der Zünder an der Trommel – andernfalls wäre das ganze Gebäude in die Luft geflogen.

Ohrensausen
„Gott sei Dank kann ich meiner Arbeit wieder nachgehen. Das Ohrensausen höre ich zwar noch deutlich. Das hindert mich aber nicht“, sagt Rainer. Die Verletzungen an der linken Hand sind hingegen gut abgeheilt. Das Bombenopfer kann seine Finger wieder voll belasten.

Keine Spur
Die ermittelnden Beamten tappen bei der Suche nach dem Bombenleger weiterhin im Dunkeln. Fest steht nur, dass der brisante Sprengstoff nur an lizenzierte Sprengmeister mit einem Bezugsschein der BH ausgegeben wird. Verwendet wird er etwa bei Felssprengungen. „Wir warten nach wie vor auf die Auswertungen der DNA-Spuren, die auf der Kabeltrommel gefunden wurden“, erklärte Polizei-Sprecherin Karin Temel.

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