Schwarzes Jahr

Kriminalstatistik Steiermark: sieben Morde und ein Amoklauf

31.03.2026

Die Aufklärungsquote lag bei 58,7 Prozent. Die Amoklauf-Akte ist noch nicht geschlossen. 

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© LPD Steiermark
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Stmk. Die kriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik für die Steiermark weist für das Jahr 2025 sieben Morde aus, wobei es sich bei vier Opfern um Frauen handelt. Alle Fälle wurden aufgeklärt, hieß es am Dienstag bei der Präsentation der Statistik in Graz. Die tatsächliche Zahl der Morde liegt für das vergangene Jahr aber weit höher, denn der Amoklauf an einer Grazer Schule, bei dem zehn Menschen getötet wurden, fehlt noch in der Statistik, da der Akt noch nicht abgeschlossen ist.

Landespolizeidirektor Gerald Ortner beschrieb die Statistik als "Parameter über die Entwicklung der Kriminalität", der als Richtschnur für die Arbeit der Polizei diene. So hätten etwa gestiegene Jugendkriminalität, Cybercrime und Suchtmitteldelikte zu speziellen Arbeitsgruppen und Schwerpunkten bei Prävention und Kontrolldruck geführt. Letzterer sei auch ausschlaggebend dafür, dass beispielsweise die Zahlen bei den angezeigten Drogendelikten im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent auf 4.205 Fälle angestiegen sind. Knapp die Hälfte der Anzeigen erfolgte in Graz und da speziell in den Schutzzonen Volksgartenpark und Metahofpark, erklärte Christine Krenn, Leiterin des Kriminalreferats des Stadtpolizeikommandos Graz. Die Schutzzone Metahofpark wird übrigens am Mittwoch, 1. April, wieder um sechs Monate verlängert.

"Mehr Kontrollen führen zu mehr Anzeigen"

Insgesamt wurden 2025 genau 61.372 Straftaten in der Steiermark angezeigt (2024: 58.378). Das entspricht einem Plus von 5,1 Prozent. Der große Treiber dahinter ist - ähnlich wie im Rest von Österreich - vor allem die weiter gestiegene Internetkriminalität. Doch laut Ortner sind es auch die über 4.000 Beamtinnen und Beamten, die den Kontrolldruck hochhalten würden: "Mehr Kontrollen führen zu mehr Anzeigen." Das gilt vor allem für den Bereich der Suchtmittelkriminalität.

Im Vorjahr wurden 42.651 Tatverdächtige ausgeforscht (2024: 40.864), das entspricht 4,4 Prozent mehr. Die Aufklärungsquote lag zum neunten Mal in Folge über 50 Prozent und zwar bei genau 58,7 Prozent. Sie stieg von 57,9 Prozent um 0,8 Prozent an. Die Jugendkriminalität verzeichnete abermals ein Plus und zwar von 6,6 Prozent auf insgesamt 6.308 Anzeigen. Die Fälle bei den unter 14-Jährigen gingen dabei aber leicht zurück, was als positiv bewertet wurde.

Starker Anstieg bei Cybercrime

Ein starker Anstieg ist dagegen bei der Internetkriminalität (plus 11,3 Prozent) zu sehen: 8.099 Fälle wurden angezeigt. Dabei eingerechnet sind sämtliche Delikte, die über das Internet erfolgten - etwa auch Erpressung, Gewaltandrohungen und Stalking. Dem Teilbereich Cybercrime wurden 2.189 Anzeigen zugewiesen. Diese sind um 27,4 Prozent gestiegen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Fälle, bei denen die Täter gezielt Computersysteme lahmlegen.

Eine besondere Erwähnung fanden auch die um 10,5 Prozent angestiegenen Betrugsdelikte, wobei über 50 Prozent im Internet verübt werden. In diesem Bereich versuche die Polizei mit Prävention vorzubeugen, denn ins Ausland überwiesenes Geld sei kaum wieder zu beschaffen. Die Aufklärungsquote sei auch deutlich geringer. Rene Kornberger vom Landeskriminalamt Steiermark warnte vor allem vor Anlagebetrug über das Internet. Dabei werden ahnungslose Investoren oft mit hohen Renditen gelockt, doch hinter vielen Plattformen stecken unseriöse Anbieter. Das Geld ist auch in diesen Fällen oft unwiederbringlich verschwunden.

Eine Besonderheit ist im Jahr 2025 im Bereich des Sozialbetrugs zu verzeichnen. Es wurden 919 Fälle (2024: 515; plus 78,4 Prozent) steiermarkweit angezeigt und die Aufklärungsquote liegt bei 100 Prozent. Eigene Sachbereiche bei der Ermittlungsarbeit seien der Grund für die gute Quote. Sie befassen sich gezielt mit diesen Delikten. Hinzu komme die gute Zusammenarbeit mit Sozialversicherungsträgern, Pensionsversicherungsanstalt und Banken, erklärte Krenn. Die meisten Anzeigen im Sozialleistungsbetrug gibt es in Graz.