Mietergewerkschaft
KPÖ Innsbruck ortet Missstände bei Stadtwohnungen und fordert "Runden Tisch"
12.02.2026Sieht etwa verspätete Reparaturen oder Schimmel in Wohnungen von Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) - IIG-Chef: "Einzelfälle" - Anzengruber appelliert an Eigenverantwortung
Tirol. Die Innsbrucker KPÖ ortet Missstände bei Wohnungen der stadteigenen Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG). Die Kommunikation zwischen der IIG und den Mietern laufe mangelhaft, Reparaturen würden verspätet erledigt und in manchen Wohnungen gebe es Schimmel, so die Vorwürfe. Deshalb müsse es einen "Runden Tisch" geben, hieß es am Donnerstag. IIG-Vorstand Franz Danler sah die IIG aber "offen" für Anliegen der Mieter, sagte er zur APA.
Ein "Runder Tisch" mit Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA - Jetzt Innsbruck), Danler und den IIG-Mietern müsse endlich "Verbesserungen herbeiführen", drängte die KPÖ zuvor bei dem Pressegespräch vor der IIG in Innsbruck auf ein Gespräch. Käme dieser "Runde Tisch" entgegen der KPÖ-Forderung nicht zustande, werde es wohl bald eine "Mietergewerkschaft" geben, betonte die Klubobfrau der KPÖ Innsbruck, Pia Tomedi. Die KPÖ werde eine solche Gründung "definitiv unterstützen". Es brauche jedenfalls "einen sofortigen Richtungswechsel".
KPÖ: IIG reagiert zum Teil gar nicht
Aktuell sei es so, dass einige der Mieterinnen und Mieter mit der "Hausverwaltung sehr unzufrieden sind". So würde sich die IIG aufgrund von Hinweisen zu Mängeln oftmals "gar nicht melden" oder erst mit großen Verzögerungen reagieren, schilderte die KPÖ-Landessprecherin die Situation. So sei beispielsweise nach einem Wasserrohrbruch in einer IIG-Wohnanlage in einer darunter liegenden und dadurch beschädigten Wohnung "zehn Monate gar nichts passiert".
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Auf diese und andere Missstände sei man bereits 2024 anhand einer eigenen "Zufriedenheitsstudie" gestoßen, für die von der KPÖ 300 IIG-Mieter befragt worden seien. Drei unzufriedene Mieterinnen waren schließlich auch bei dem Pressegespräch anwesend. Sie berichteten beispielsweise über zu spät eingeschaltete Heizungen, Wohnungen, die "dreckig" übergeben worden seien, mangelhafte Herdanschlüsse, explodierende Betriebskosten und einer IIG, die Umbauten vornehme, die Kosten aber auf die Mieterinnen und Mieter abwälze.
Bürgermeister sieht klare Aufgaben von IIG und Mietern
Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA - Jetzt Innsbruck) äußerte sich auf APA-Nachfrage nicht konkret zu den Vorwürfen. Er betonte aber, dass "die IIG als städtische Immobiliengesellschaft für 6.000 Wohnungen zuständig ist". "Wenn in diesen Wohnungen etwas zu richten ist, ist es zu richten. Wenn zu lüften ist, ist zu lüften", so Anzengruber. Für das eine sei die IIG zuständig, für das andere wiederum die Bewohnerinnen und Bewohner, appellierte er auch an die Eigenverantwortung ebenjener. Zum Vorschlag der KPÖ nach einem "Runden Tisch" äußerte er sich hingegen nicht.
Auch IIG-Vorstand Danler reagierte auf APA-Anfrage nicht auf den Vorschlag nach einem "Runden Tisch". Er räumte aber ein, dass Reparaturen "in Einzelfällen" etwas länger dauern könnten. Die IIG sei aber grundsätzlich stets offen, wenn Mieterinnen und Mieter sich mit "Themen und Problemen bei der IIG melden". Bei akuten Mängeln sei es zudem selbstverständlich, "dass man rasch handelt", so Danler.