Top-Aufklärungsquote
Kriminalstatistik 2025: Tirol mit starkem Plus bei Strafunmündigen
31.03.2026Anstieg von Straftaten um 28,1 Prozent bei Jugendlichen unter 14 Jahren auf 1.134 Tatverdächtige ist besorgniserregend.
Tirol. Die Tiroler Polizei hat in der Anzeigenstatistik 2025 starke Anstiege bei strafunmündigen Jugendlichen sowie Cybercrimedelikten verzeichnet. Waren im Jahr 2024 noch 885 angezeigte Personen unter 14 Jahre alt, stieg die Zahl 2025 um 28,1 Prozent auf 1.134. Cybercrime schlug mit einem Plus von 17,4 Prozent auf 1.749 Straftaten zu Buche. Auch die Gewaltdelikte stiegen signifikant, nämlich um 4,1 Prozent auf 7.585. Konstanten gab es bei Gesamtanzeigen und Aufklärungsquote.
Neben der deutlichen Steigerung in der Altersgruppe unter 14 stieg auch die Zahl der Verdächtigen zwischen 14 und 18 Jahren. Dort wies die Statistik eine Steigerung von 2.742 im Jahr 2024 auf 2.973 Personen im Jahr 2025 auf. Die Gründe für die Anstiege im jungen Alterssegment seien "schwer zu benennen", sagte Landespolizeidirektor Helmut Tomac am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Es sei aber - bezogen auf die unter 14-Jährigen - wohl etwa so, dass "den zum Teil ausländischen Tätergruppen bewusst ist, dass diese Personen strafunmündig sind" und letztere womöglich "vorgeschickt werden", sagte der Landespolizeidirektor.
Weniger eine Erklärung, denn eine Konkretisierung hatte wiederum der stellvertretende LKA-Leiter Philipp Rapold in Sachen steigendem Cybercrime parat. So sei die "Internetkriminalität insgesamt rückläufig" und hätte ein Minus von 0,3 Prozent zu verzeichnen. Gestiegen sei allerdings "Cybercrime im engeren Sinn, also Straftaten, deren Angriffsziel "Daten oder Identitäten sind", so Rapold.
Fast gleichbleibendes Niveau
Die Gesamtzahl der Delikte, die in Tirol zur Anzeige gebracht worden waren, bewegte sich indes auf fast gleichbleibendem Niveau, hieß es am Dienstag bei dem Pressegespräch, bei der die Kriminalstatistik präsentiert wurde. 2024 waren es demnach 41.975, 2025 42.860 Anzeigen. Das bedeutet einen geringfügigen Anstieg um 2,1 Prozent. Selbiges gilt für die Aufklärungsquote: Diese kam 2024 bei 60,1 Prozent zu liegen und sank 2025 leicht auf 59,5 Prozent. Unter diesem Gesichtspunkt sei "2025 ein unspektakuläres Jahr gewesen", erklärte Tomac. Erfreulich sei dabei die hohe Aufklärungsquote, mit der man sich österreichweit auf dem ersten Platz befinde. Noch höher war die Aufklärungsquote in der Landeshauptstadt Innsbruck, wie Stadtpolizeikommandant Romed Giner berichtete: "2025 lag diese bei 62,2 Prozent."
7.585 angezeigte Gewaltdelikte
Weniger erfreulich gestaltete sich hingegen die Entwicklung bei den Gewaltdelikten. Von den 7.585 angezeigten Delikten (2024: 7.289) gab es etwa leichte Anstiege im Bereich der Körperverletzung der Drohungen sowie bei den Körperverletzungsdelikten (plus 3,3 Prozent) und Drohungen (plus sechs Prozent). Zu einem Rückgang kam es hingegen bei den Gewaltdelikten, die im Familienkreis und im privaten Umfeld begangen wurden: Man verzeichnete mit 1.208 Fällen um 122 Delikte bzw. 9,2 Prozent weniger als im Jahr 2024.
"Top 5" der Herkunftsländer
Wenig Änderungen gab es über alle angezeigten Delikten hinweg bei der Herkunft der Täter. "Die Top 5 sind Deutschland, gefolgt von Rumänien, Syrien, Türkei und erstmals Bosnien-Herzegowina", berichtete Rapold. Angestiegen sei hingegen der Anteil der Fremden bei den angezeigten Tatverdächtigen. Waren es im Jahr 2024 49,5 Prozent gewesen, stieg die Zahl 2025 auf 51,3 Prozent. Somit waren von den 30.444 ausgeforschten und angezeigten Personen "15.607 fremde Tatverdächtige", erläuterte Rapold. Darunter seien auch viele Touristen, meinte er weiters. Deutsche Touristen etwa begingen vor allem niederschwellige Delikte wie Skidiebstähle, so Rapold.