35 Prozent mehr
Starker Anstieg von 1450-Gesundheitsberatungen in Tirol
15.01.2026Die Gesundheits-Hotline verzeichnete fast 35 Prozent mehr Anrufe im Jahresvergleich.
Tirol. Mit 22.145 Beratungen über die Gesundheitshotline 1450 hat die Leitstelle Tirol im vergangenen Jahr zahlenmäßig einen neuen Rekord verzeichnet. Die hohen Zahlen wurden von Geschäftsführer Bernd Noggler unter anderem auf fehlende Angebote in der Primärversorgung zurückgeführt, sagte er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. "Wir haben auch in der Covid-Zeit nie so viele Gesundheitsberatungen durchgeführt", betonte er.
- Ausstellung "Olympia 1976" in Tirol
- HolidayCheck Award 2026 kürt die beliebtesten Hotels in Österreich
- Erstmals mehr Geld für Öffis als Straßenbau
Im vergangenen Jahr habe es die höchsten Beratungszahlen seit dem Bestehen der Gesundheitshotline 1450 sowie ein Plus von fast 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gegeben, sagte Noggler. Als häufige Gründe für Anrufe nannte er unter anderem Bauchschmerzen, Erbrechen oder Infekte, im Sommer auch Insektenstiche.
Mögliche Überlastung bei Hausärzten als Grund
Den steigenden Bedarf erklärte sich Noggler zunächst durch das gewachsene Bewusstsein in der Bevölkerung. Zudem habe es zuletzt auch einige Medienberichte zur Gesundheitshotline gegeben. Gleichzeitig führte der Geschäftsführer eine mögliche Überlastung bei Hausärzten ins Treffen: "Wenn jemand keinen Hausarzt hat oder diesen nicht erreicht und keinen Notruf wählen möchte, dann fällt ihm vielleicht die Hotline 1450 ein."
Zudem verwies er auf Lücken bei Angeboten außerhalb der Krankenhäuser. "Ganz langsam" würden die benötigten Primärversorgungszentren entstehen, die eine bessere Patientenlenkung garantieren würden. "Obwohl sich letztes Jahr leichte Verbesserungen bemerkbar gemacht hätten - etwa durch einen Notarztbereitschaftsdienst oder Telefonärzte - fehlt leider noch immer ein wirklich gutes Angebot", meinte Noggler.
Gesamtzahl der Notrufe gleich wie im Vorjahr
Der Geschäftsführer berichtete von rund 530.000 eingegangenen Notrufen, Anrufen und digitalen Meldungen in allen Notfall-Bereichen, was im Schnitt etwa 1.500 Kontakten pro Tag entsprochen habe. Dies bedeutete im Vergleich zum Vorjahr (2024: rund 530.000) keine Veränderung.
Den höchsten Wert an Notrufen habe die Leitstelle am 27. Dezember verzeichnet. "In einer Stunde sind 528 Feuerwehr-Notrufe eingegangen, die den Waldbrand auf der Nordkette bei Innsbruck gemeldet haben", sagte er. In einer Stunde seien jedenfalls fast 700 Notrufe eingelangt - überwiegend zum Waldbrand. Damit sei der 27.12. mit insgesamt 2.105 angenommenen Anrufen auch der stärkste Telefon- und Notruftag des Jahres gewesen.