Bonuspunktesystem

So bekommt man schneller eine Gemeindewohnung in Wien

29.05.2026

Große Reform für Wiens Gemeindebau! Ein neues Punktesystem soll die Wohnungsvergabe ab September komplett umkrempeln und fairer machen. Schwangere, Alleinerziehende und Studierende ziehen etwa künftig schneller ein. 

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Die Vergabe von Gemeindewohnungen und geförderten Wohnungen in Wien steht vor einer umfassenden Änderung. Nach einer zweimonatigen Testphase im März und April ist das neue Vergabesystem bereit für den Start. Ein flexibles System mit Bonuspunkten soll den bisherigen Kriterienkatalog ersetzen und viel stärker auf die persönliche Lebenssituation der Menschen eingehen. Der Wiener Landtag wird die dafür notwendige Gesetzesänderung am 26. Juni beschließen.

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Punkte-System steuert Vergabe völlig neu

Das künftige Modell bricht mit der bisherigen Vergabepraxis und verabschiedet sich von den alten, starren Zugangshürden. Anstelle von unflexiblen Pflichtvorgaben rückt nun ein dynamisches Punktemodell in den Mittelpunkt, welches den Zugang zu den Wohnungen fairer regeln soll. Wer verschiedene Kriterien erfüllt, kombiniert die jeweiligen Punkte flexibel auf dem eigenen Konto und landet so je nach Dringlichkeit schneller auf der Zuteilungsliste. "Dieser zentrale Reformschritt sorgt für mehr Fairness und soziale Treffsicherheit bei der Vergabe von leistbarem Wohnraum“, betont Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ). 

Vorteile bei veränderten Lebensumständen

Wer künftig eine Wohnung sucht, weist seine Lebenssituation nach und sammelt dadurch gezielt Punkte. Das hilft Personen, die dringend Unterstützung auf dem Wohnungsmarkt benötigen, weil sich ihre privaten Rahmenbedingungen verändert haben. Die neuen Richtlinien spiegeln die sozialen Anforderungen der Bevölkerung deutlich besser wider. "Das neue Bonuspunktesystem schreibt klare, nachvollziehbare Kriterien zur Wohnungsvergabe fest, von denen z.B. Schwangere, Alleinerziehende und Studierende profitieren“, betonte Neos-Wohnbausprecherin Selma Arapovic.

Der bekannte Wien-Bonus bleibt trotz der Reform aufrecht. Wer schon länger in Wien wohnt, hat also auch in Zukunft einen Vorteil bei der Suche. Zudem garantieren unbefristete Mietverträge weiterhin die gewohnte Sicherheit für die Mieterinnen und Mieter.

Das sind die Bonuspunkte-Kriterien

Für die Reihung bei der Wohnungsvergabe sind künftig ganz bestimmte Lebensumstände entscheidend:

  • Wien-Bonus
  • Lange Wartezeit
  • Jungwienerinnen und Jungwiener
  • Überbelag
  • Alleinerziehende
  • Aus- und Weiterbildung
  • Schwangerschaft
  • Wohnkosten
  • Wechsel in eine kleinere Wohnung
  • Wohnungswechsel ab 65 Jahren aus dem Gemeindebau
  • Wohnung ohne Bad und oder WC
  • Trennung oder Scheidung
  • Drohender Wohnungsverlust
  • Betreute Personen
  • Wohnbedarf aufgrund häuslicher Gewalt
  • Chronische Mobilitätseinschränkung
  • Pflege zu Hause

Sperre bei bei "unleidlichem Verhalten"

Personen, die einen "Negativeintrag" in der Mieterinnen-Historie in den vergangenen fünf Jahren aufweisen, sollen hingegeben keinen Zugang zu neuen Gemeindewohnungen erhalten. Das betrifft etwa gerichtliche Kündigungen im Zusammenhang mit einer Gemeindewohnung "aufgrund unleidlichen Verhaltens". Gesperrt werden auch Personen, die die Gemeindewohnung untervermieten oder anderweitig nicht als Hauptmieter nutzen. Auch ein Negativeintrag wegen offener Mietschulden hat Konsequenzen. 

Zusammenführung und Registrierungspflicht

Eine wesentliche Erleichterung bringt die Zusammenlegung der bisher getrennten Plattformen. Künftig reicht ein einziges Wiener Wohn-Ticket für alle geförderten Wohnformen aus. Diese Umstellung verlangt allerdings von allen Wohnungssuchenden eine einmalige Neu-Registrierung im System. Das betrifft ausdrücklich auch Personen, die bereits ein gültiges Ticket besitzen. Als Ausgleich für die Wartezeit gibt es beim Umstieg einen Startbonus an Punkten, der sich nach dem Alter des bisherigen Tickets richtet. In der Testphase wurden bereits rund 150 dieser neuen Tickets ausgestellt und die ersten 39 Gemeindewohnungen vergeben.

Genauer Fahrplan bis zum Herbst

Nach der Behandlung im Ausschuss am 1. Juni und dem geplanten Landtagsbeschluss Ende Juni folgt im Juli die Veröffentlichung aller genauen Kriterien. Ab dem 14. Juli können sich Interessierte vorab im Internet registrieren. Der offizielle Startschuss für die neue Wohnungsvergabe fällt schließlich am 22. September 2026. Bis zu diesem Zeitpunkt gilt eine Übergangsfrist, in der das alte System wie gewohnt weiterläuft.

Wer weniger Erfahrung mit dem Computer hat, wird nicht im Stich gelassen. Die gewohnte persönliche Beratung und Unterstützung in den Servicestellen bleibt weiterhin vollumfänglich bestehen. Zu den zahlreichen Kriterien für Bonuspunkte zählen unter anderem eine Überbelastung der aktuellen Räume, lange Wartezeiten, gesundheitliche Einschränkungen oder ein drohender Verlust der bisherigen Unterkunft.