Strafen möglich

Wiener Linien starten Offensive gegen Handy-Geplärre in Öffis

17.02.2026

Das Smartphone sorgt in Wiens Öffis immer öfter für Streit. Wer laut telefoniert oder Videos ohne Kopfhörer abspielt, raubt anderen die Nerven. Jetzt reagiert die Wiener Linien mit einer neuen Offensive für mehr Rücksicht. 

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Lautsprecher-Telefonate und Musik ohne Kopfhörer bringen viele Wiener täglich zur Weißglut. In U-Bahn, Bus und Straßenbahn fühlen sich Fahrgäste unfreiwillig zu Zuhörern fremder Gespräche gemacht. Bei rund 2,4 Millionen Menschen, die jeden Tag mit den Wiener Linien unterwegs sind, eskalieren solche Szenen rasch.

Die Hausordnung untersagt jedes Verhalten, das die ruhige Privatsphäre anderer nachhaltig stört. Dazu zählen lautes Telefonieren, Videoschauen und Musikhören ohne Kopfhörer. Kontrolliert wird das bereits, gestraft bislang nicht.

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Kampagne setzt auf Wiener Schmäh

Ab März startet eine neue Kampagne, die genau hier ansetzt. Mit Wiener Schmäh und augenzwinkernden Botschaften sollen Handy-Plärrer zum Umdenken bewegt werden. Hinter der Offensive steht Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ), die mehr Rücksicht im Alltag durchsetzen will.

Die Sicherheitsmitarbeiterinnen und Sicherheitsmitarbeiter werden verstärkt präsent sein und genauer hinschauen. Sollte das nicht fruchten, dann seien in einem nächsten Schritt auch Strafen möglich, heißt es gegenüber dem ORF Wien aus dem Büro der Verkehrsstadträtin.

Essverbot gilt als Wegbereiter

Schon 2019 griff die Stadt bei einem anderen Dauerärgernis durch. Das Essverbot in der U-Bahn kam nach einer Befragung, an der sich laut Wiener Linien mehr als 50.000 Menschen beteiligten. Eine breite Kampagne mit Kult-Slogans wie "Tatort Leberkäs" und "Pizza Kriminale" begleitete die Einführung. Nicht alles lief damals rund: Die "Duft-U-Bahn" mit Jasmin-, Melonen- oder Moschus-Aromen fiel bei den Fahrgästen glatt durch - zwei Drittel wollten sie nicht. 

Nun rückt das Smartphone in den Mittelpunkt. Wer weiter laut in sein Handy spricht oder Videos ohne Kopfhörer laufen lässt, soll merken, dass Geduld in Wiens Öffis keine unendliche Ressource ist.