In Venedig

Babler: 600.000 Euro für Urin-Perfomance

04.05.2026

Ekel-Alarm im Österreich-Pavillon! Skandal-Performerin Florentina Holzinger (38) sorgt bei der Kunst-Biennale 2026 für Wirbel. Der Plan für „Seaworld Venice“: Mobil-WCs für Besucher, deren Inhalt in riesige Container fließt: Als Schwimmbecken für die Künstler. Das wird massiv gefördert.

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Venedig zittert vor Holzingers „Kläranlage“. Laut Insidern sollen zwei Urin-Tanks das Zentrum der Schau bilden. Das Ministerium versucht gegenüber oe24 zu beruhigen: „Die Künstler:innen performen auf der Biennale 2026 in geklärtem und aufbereitetem Wasser“, heißt es aus dem Büro von Kulturminister Andreas Babler (SPÖ). Man betont die „innovative Kraft“ des Konzepts, das aus 54 Einreichungen von einer Fach-Jury gewählt wurde.

Knappe Wasserressourcen 

"Florentina Holzingers Arbeiten greifen Themen auf, die viele Menschen betreffen, etwa den menschlichen Körper oder unser Verhältnis zu Umwelt und Technik. Gerade mit Blick auf Orte wie Venedig wird auch deutlich, wie sehr Themen wie Klimawandel und knappe Wasserressourcen unsere Gegenwart prägen", lautet die Stellungnahme gegenüber oe24. 

600.000 Euro Steuergeld  

Doch der Ekel-Faktor ist teuer. Zu den 600.000 Euro Steuergeld vom Bund musste die Künstlerin weitere Sponsoren suchen. Das Ministerium stellt klar: „Diese Förderung deckt sämtliche Organisationsarbeiten, Anschaffungen, Darsteller:innen-Gehälter etc. und die gesamte Dauer der Biennale von 6 Monaten ab.“ Ob das „Lulu“ echt ist oder  schön geklärt – Venedig wird 2026 definitiv unappetitlich.

© CC BY-SA 4.0

Die Projektauswahl sei jedenfalls keine politische Entscheidung, sondern beruhe auf einer eindeutigen Empfehlung einer Fach-Jury. Aus insgesamt 54 Einreichungen wurde das Konzept „SEAWORLD VENICE“ aufgrund seiner innovativen Kraft und internationalen Relevanz ausgewählt. Holzinger gilt als eine der renommiertesten österreichischen Künstlerinnen der Gegenwart.  

Kogler hat mitgemischt

Dass der Österreich-Pavillon bei der 61. Kunstbiennale Venedig 2026 von Performance-Künstlerin Holzinger gestaltet wird, hat noch Bablers Vorgänger Kunst- und Kulturminister Werner Kogler (Grüne) am 09.01.2025 bekanntgegeben. 

Sie überschreitet körperliche und sexuelle Grenzen: Über die Künstlerin

Florentina Holzinger studierte Choreografie an der School for New Dance Development (SNDO) in Amsterdam.
Ihr Diplom Solo Silk wurde 2012 beim lmPulsTanz Festival mit dem Prix Jardin d'Europe ausgezeichnet.

Mit Vincent Riebeek entwickelte sie die Trilogie Kein Applaus für Scheiße, Spirit und Wellness (2011–2015).

Ihr Solostück Recovery (2015) setzte sich kritisch mit einer traumatischen Bühnenerfahrung und der Repräsentation weiblicher Körperlichkeit auseinander.

In ihren späteren Arbeiten seziert Holzinger die Narrative des klassischen Balletts. Mit Apollon (2017), einer Neuinterpretation von Balanchines Apollon Musagète, und TANZ (2019), basierend auf La Sylphide, reflektiert sie Tradition und Geschlechterbilder. TANZ wurde beim Theatertreffen gezeigt und mit dem Nestroy-Preis für die beste Regie ausgezeichnet.

  • 2020 folgte Etude for an Emergency, eine Stunt-Oper mit Opernsängerinnen und Stunt-Performerinnen.
  • 2021 entstand für die Ruhrtriennale A Divine Comedy, das mit dem Faust-Preis ausgezeichnet wurde.
  • Mit Ophelia’s Got Talent (2022), entwickelt an der Volksbühne Berlin, gewann Holzinger weitere Preise, darunter den Faust-Theater Preis für die beste Tanzperformance.

2024 debütierte sie mit ihrem ersten Opernprojekt SANCTA, einer Koproduktion u. a. mit der Staatsoper Stuttgart und den Wiener Festwochen.

Im selben Jahr übernahm Holzinger mit MOND (Regie: Kurdwin Ayub) ihre erste Hauptrolle im Kino. Der Film gewann den Spezialpreis der Jury beim Locarno Film Festival. 

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