Zeltunterbringung für Asylwerber

Bischöfe: ''Unterbringungskrise wäre vermeidbar gewesen''

11.11.2022

''Die Enthüllungen und Vorgänge in der letzten Zeit haben zu einem Vertrauensverlust in Institutionen und vor allem in die Politik geführt, der für die gesamte demokratische Ordnung gefährlich werden kann'', heißt es in der Erklärung der Bischofskonferenz.

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© APA/BARBARA GINDL
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Wien/Kiew (Kyjiw)/Moskau. Die katholische Kirche zeigt sich angesichts jüngster Skandale besorgt. "Die Enthüllungen und Vorgänge in der letzten Zeit haben zu einem Vertrauensverlust in Institutionen und vor allem in die Politik geführt, der für die gesamte demokratische Ordnung gefährlich werden kann", heißt es in der Erklärung der Bischofskonferenz nach ihrer Vollversammlung diese Woche in der Abtei Michaelbeuern in Salzburg. Kritik wird auch an der Unterbringung von Asylwerbern in Zelten geübt.

"Die weit verbreitete Skepsis verdunkelt das redliche und leider oft unbedankte Bemühen so vieler in der Politik und ihren Einsatz für die Menschen in unserem Land", trug der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Salzburgs Erzbischof Franz Lackner, am Freitag in einer Pressekonferenz aus der Erklärung vor. Beim Namen genannt werden die angesprochenen Skandale wie zu erwarten nicht. Allerdings erinnert man an einen ethischen Grundsatz: "Jedes öffentliche Amt steht im Dienst des Gemeinwohls."

"Unterbringungskrise wäre vermeidbar gewesen" 

Konkret werden die Bischöfe bei der Asylthematik. "Diese Unterbringungskrise wäre vermeidbar gewesen", heißt es in der Erklärung und: "Die anstehenden Probleme sind lösbar, wenn alle zuständigen Stellen zusammenarbeiten und dabei so wie in der Vergangenheit von kirchlichen und anderen Hilfseinrichtungen der Zivilgesellschaft unterstützt werden."

Die Hilfen von Bund und Ländern gegen die Auswirkungen der Teuerung loben die Bischöfe, es werde aber weitere Maßnahmen brauchen für jene, die besonders betroffen oder gar in ihrer Existenz bedroht sind. Als Sofortmaßnahme stellt die Bischofskonferenz über die Diözesen zusätzlich eine Million Euro für gezielte Hilfe der Caritas zur Verfügung.

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