"Unumgänglich"

Bauern-Chef fordert sofortige Entlastung

02.04.2026

Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger fordert Entlastungsmaßnahmen für die Bauern.

Zur Vollversion des Artikels
© APA/HANS PUNZ
Zur Vollversion des Artikels

Er sehe es als "unumgänglich" an, dass gegen den extremen Anstieg beim Agrardiesel vorgegangen werde, sagte er am Donnerstag bei der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Vorarlberg. Nicht nur die Dieselpreise gingen durch die Decke, "auch jene für Dünger und Verpackungsmaterial ziehen bereits an", stellte Moosbrugger fest. Das könne die Landwirtschaft nicht schlucken.

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich verwies insbesondere auf die Versorgungssicherheit. "Wenn es brennt, verstehen die Leute, wie wichtig eine eigene produzierende Landwirtschaft ist - sobald sich die Situation bessert, scheint wieder alles vergessen", sagte er. Der Lebensmittelsicherheit und der Unabhängigkeit müssten mehr Gewicht gegeben werden - kontinuierlich, tagtäglich, "nicht erst dann, wenn das Haus brennt", so Moosbrugger. Die EU müsse zu einer Agrarpolitik zurückfinden, die stabile und verlässliche Rahmenbedingungen biete und es der Land- und Forstwirtschaft ermögliche, in die Zukunft zu gehen.

Moosbrugger: "Unterstützt die Praktiker in den Betrieben"

Die EU-Renaturierungsverordnung sei nicht umsetzbar, weil die Kosten in keinem Budget abgebildet seien, "weder beim Land noch beim Bund und auch nicht in Brüssel". Moosbrugger forderte, sie auszusetzen. Darüber hinaus appellierte er an die Verantwortlichen in der Gesetzgebung, die Vereinfachung und das Streichen überholter Regeln und Bestimmungen als wichtige Aufgaben anzunehmen. "Zeigt Mut, zeigt Verständnis und unterstützt die Praktiker in den Betrieben", so Moosbruggers Aufforderung. Mit Blick etwa auf den Graureiher am Bodensee, Biber oder Großraubtiere, die Weidetiere angreifen, sagte Moosbrugger: "Die aktuelle Entwicklung geht an der landwirtschaftlichen Praxis völlig vorbei. Es braucht ein vertretbares Gleichgewicht zwischen Schutzinteressen und landwirtschaftlicher Nutzung."

Die Forderung, die EU-Renaturierungsverordnung auszusetzen, wurde von der Naturschutzorganisation WWF als "völlig unverantwortlich" scharf kritisiert. Das Renaturierungsgesetz sei entscheidend für den Schutz der Artenvielfalt, für funktionierende Ökosysteme und damit auch für die langfristige Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft. "Bund, Länder und die Europäische Union sind jetzt gefordert, die Finanzierung gemeinsam sicherzustellen und gleichzeitig umweltschädliche Subventionen in Milliardenhöhe abzubauen", so der WWF.