Hunderte Bäuerinnen und Bauern sind am 1. April nach Wien gekommen, um auf die immer schwierigere Lage der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Steigende Kosten, niedrige Erlöse und internationale Krisen setzen viele Betriebe stark unter Druck.
Nicht aus Tradition, sondern aus purer Not sind am 1. April hunderte Bäuerinnen und Bauern nach Wien gekommen. Die Botschaft war eindeutig: Die Lage auf Österreichs Höfen spitzt sich weiter zu. Zwischen Frühlingsarbeit und steigenden Kosten wächst der Druck und mit ihm der Frust.
Kostenexplosion trifft besonders Ackerbauern
Vor allem die massiv gestiegenen Dieselpreise und teuren Betriebsmittel setzen den Bauernhöfen zu. Internationale Krisen wie der Krieg im Iran wirken sich direkt auf die Landwirtschaft aus. Gleichzeitig bleiben die Erlöse niedrig, etwa bei Getreide. Für viele Betriebe geht es längst nicht mehr um Gewinn, sondern ums wirtschaftliche Überleben.
Starke Präsenz des Bauernbundes
Bei der Demo zeigte sich auch die politische Schlagkraft des Bauernbundes. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig war ebenso vor Ort wie Bauernbund-Präsident Georg Strasser und Jungbauernchefin Viktoria Hutter. Gemeinsam führten sie eine breite Abordnung an Bauernbündlern aus ganz Österreich an. Sie nutzten die Demonstration sichtbar, um Geschlossenheit zu zeigen und ihren Anliegen zusätzliches Gewicht zu verleihen. Organisiert wurde die Demo von burgenländischen Bauern rund um Ernst Tschida, er sitzt für den Bauernbund in der Landwirtschaftskammer. Nach einer ersten Aktion im Jänner in Parndorf wurde damit erneut Mobilisierungskraft bewiesen und Präsenz gezeigt.
Breites Forderungspaket
Inhaltlich wurde eine Vielzahl an Themen angesprochen, von der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung über faire Preise bis hin zu mehr Planungssicherheit für die Betriebe. Auch eine Anpassung der Förderungen an die Inflation wurde gefordert. Viele dieser Punkte begleiten die agrarpolitische Diskussion allerdings schon seit Jahren. Parallel dazu versucht die Politik auf EU-Ebene stärker Einfluss zu nehmen. In Brüssel wird intensiv daran gearbeitet, die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft zu verbessern.
„Wollen Landwirtschaftsminister Rücken stärken"
Entscheidend wird sein, ob und wann aus dem Protest auch politische Maßnahmen folgen. Besonders bei der Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie erwarten sich viele nun einen Durchbruch bei den Verhandlungen. Der Bauernbund sieht in der Demonstration jedenfalls ein klares Signal und will die vorgebrachten Forderungen nun verstärkt in die politischen Gespräche einbringen.
Ein Jungbauer als dem Marchfeld dazu: „Wir sind heute gekommen, um nicht gegen die Politik zu demonstrieren, sondern um etwas zu bewegen. Besonders bei der Herkunftskennzeichnung wollen wir unserem Landwirtschaftsminister den Rücken stärken."