SPÖ zu ÖVP-Modell

Buchinger findet Väter-Urlaub ungenügend

01.04.2008

Die ÖVP hat einen zweiwöchigen Väter-Urlaub nach der Geburt vorgeschlagen - statt des von der SPÖ lancierten Papa-Monats.

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© REUTERS/Dwi Oblo
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Die SPÖ findet den von der ÖVP vorgeschlagenen Väter-Urlaub nach der Geburt eines Kindes ungenügend. ÖVP-Arbeitsstaatssekretärin Christine Marek hatte einen Rechtsanspruch auf einen zweiwöchigen Väter-Urlaub beworben als Gegenmodell zum von der SPÖ gewünschtren Papa-Monat. "Zaghaft" findet das Sozialminister Erwin Buchinger.

Immerhin irgend etwas
Der Sozialminister bezeichnet es aber als "positiv", dass sich die ÖVP überhaupt "bewegt" und Alternativen vorgelegt habe. Es könne sich aber nur um einen ersten Schritt handeln, er hoffe, dass weitere folgen werden, so Buchinger. Seinen Papamonat könne der Väterurlaub jedenfalls nicht ersetzen.

Diskussion ist eröffnet
Auch SPÖ-Frauenministerin Doris Bures findet den Vorschlag "nicht ausreichend". Aber genau wie Buchinger ist sie froh darüber, dass es dieses positive Signal überhaupt gibt und betrachtet die Diskussion hiemit als eröffnet an.

ÖVP für Väter-Urlaub
Marek hatte gemeint, ein berufstätiger Vater soll einen Rechtsanspruch haben, bei der Geburt eines Kindes zwei Wochen Urlaub zu nehmen - auch, wenn das der Arbeitgeber nicht will. Dem vierwöchigen Papa-Monat nach Art des Mutterschutzes oder der Karenz kann sie nichts abgewinnen, denn dieser müsse über den defizitären Familienlasten-Ausgleichsfonds finanziert werden, käme teuer und bringe zu wenig.

Pflegeurlaub für beide Eltern
Marek will auch die Pflegefreistellung neu geregelt wissen. Wenn ein Kind krank ist, hat man derzeit Anspruch auf zwei Wochen Pflegeurlaub. Aber nur, wenn der Erziehungsberechtigte und das Kind im gemeinsamen Haushalt leben. Nach einer Scheidung hat der getrennt lebende Elternteil diesen Anspruch verwirkt. Das will Marek jetzt ändern: Bei gemeinsamer Obsorge sollen beide Eltern Pflegeurlaub nehmen dürfen.

Opposition mit Kritik
Die Grüne Familiensprecherin Sabine Mandak hält den schwarzen Vorschlag für keinen Ersatz für den Papa-Monat. Als "heiße familienpolitische Luft" bezeichnet FPÖ-Familiensprecherin Barbara Rosenkranz das ÖVP-Modell. Der überwiegende Teil der Väter nehme sich schon heute nach einer Geburt Urlaub, und kaum ein Arbeitgeber unterbinde diese Urlaube. BZÖ-Familiensprecherin Ursula Haubner spricht sich für eine Aufteilung der jetzt geblockten sechs Monate Väterkarenz aus.

Für den ÖGB ist ein Heranziehen des Urlaubes sowieso "keine zufriedenstellende Lösung". Ein echter Papamonat ist für die Gewerkschaft unumgänglich.

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