35 Millionen Euro

Geld für Alleinerziehende – Neues Modell startet 2026

02.05.2026

Alleinerziehende in Österreich sollen künftig stärker abgesichert werden. Die Regierung bringt einen neuen Fonds auf den Weg, der bereits ab Sommer 2026  greifen könnte.

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© APA/GEORG HOCHMUTH
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Sozialministerin Korinna Schumann bestätigte, dass ein Unterstützungsmodell für Betroffene eingerichtet wird. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde gemeinsam mit ÖVP und NEOS erarbeitet und soll nun in die Begutachtung gehen. Der Start ist mit 1. Juli 2026 geplant. Für das Projekt sind jährlich rund 35 Millionen Euro vorgesehen.

Hilfe bei ausbleibendem Unterhalt

Der Fonds soll einspringen, wenn Kinder keinen oder nur unregelmäßigen Unterhalt erhalten, etwa weil der verpflichtete Elternteil nicht zahlen kann oder nicht auffindbar ist. Auch Personen, die keinen Anspruch auf den bisherigen Unterhaltsvorschuss haben, sollen berücksichtigt werden. 

Zusätzlich richtet sich das Modell an Menschen, die nach Gewalt in einer Beziehung in eine finanzielle Notlage geraten sind. Ebenso sollen Hinterbliebene unterstützt werden, wenn ihnen keine entsprechenden Leistungen zustehen. 

Regelmäßige Zahlungen und Extras 

Laut Berichten ist eine monatliche Unterstützung von etwa 240 Euro pro Kind geplant, die zwölfmal jährlich ausgezahlt wird. In bestimmten Fällen, etwa bei Halbwaisen ohne Pensionsanspruch, kann die Zahlung auch 14 Mal im Jahr erfolgen. Für Betroffene von Partnergewalt ist darüber hinaus eine einmalige finanzielle Hilfe vorgesehen. Diese sogenannte Starthilfe kann bis zu 4.000 Euro betragen und soll akute Belastungen abfedern. Damit soll sichergestellt werden, dass Kinder regelmäßig finanziell abgesichert sind, unabhängig davon, ob der unterhaltspflichtige Elternteil zahlt oder nicht. 

Klare Voraussetzungen

Der Zugang ist an eine Einkommensgrenze gebunden. Das monatliche Nettoeinkommen darf rund 2.768 Euro nicht überschreiten. Die Unterstützung wird pro Kind gewährt und kann auch für volljährige Kinder in Ausbildung bis maximal zum 20. Lebensjahr bezogen werden. 

Politisch lange gefordert

Die Idee einer Unterhaltsgarantie wird seit Jahren diskutiert und war bereits früher Teil politischer Programme. Mit der aktuellen Regierung wurde das Vorhaben nun konkret umgesetzt. Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner bezeichnete die Maßnahme als wichtigen Schritt. Finanzielle Eigenständigkeit sei eine zentrale Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben, insbesondere für Frauen in schwierigen Situationen.

Noch sind Details in Ausarbeitung, doch der Zeitplan steht: Wenn alles nach Plan läuft, soll die Unterhaltsgarantie im Sommer 2026 starten. Für viele Betroffene könnte das eine enorme Entlastung bedeuten, denn statt Unsicherheit gäbe es dann fix geregelte Zahlungen.