OECD-Bericht

Österreich verfehlt Klimaziele - jetzt drohen Milliardenkosten

22.05.2026

Österreich ist laut dem am Freitag veröffentlichten OECD-Umweltprüfbericht 2026 aktuell nicht auf Kurs, seine Klimaziele zu erreichen. 

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© APA/GEORG HOCHMUTH
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Bei einer Verfehlung der EU-Vorgaben für 2030 drohen dem Land finanzielle Belastungen in Milliardenhöhe. Um den teuren Zukauf von Emissionszertifikaten abzuwenden, müsste sich das Tempo der Emissionsreduktion im Vergleich zu den vergangenen sechs Jahren mehr als verdoppeln.

Die Treibhausgasemissionen Österreichs (ohne Landnutzung) sind dem Bericht zufolge im Zeitraum 2010 bis 2024 um 22 Prozent gesunken. Für die Erreichung des EU-Ziels für 2030 ist ausgehend von 2024 jedoch ein weiterer Rückgang um 31 Prozent erforderlich. Als größte Verursacher identifiziert der Bericht die Industrie mit einem Anteil von 36 Prozent an den Emissionen sowie den Verkehr mit 29 Prozent. Fossile Brennstoffe machen in Österreich noch immer rund 60 Prozent der gesamten Energieversorgung aus.

Sanktionen in Milliardenhöhe drohen

Verfehlt Österreich das verbindliche Ziel im Rahmen der EU-Lastenteilungsverordnung, müsste es zum Ausgleich Emissionszuteilungen von jenen EU-Ländern kaufen, die ihre Vorgaben übertroffen haben. Wie Expertenberechnungen zeigen, könnten sich diese Kompensationszahlungen für den Zeitraum bis 2030 auf 1,6 bis 5,9 Milliarden Euro belaufen. Da die EU-Emissionsziele künftig weiter verschärft werden, könnten diese Strafkosten im Jahrzehnt bis 2040 sogar auf bis zu 9,5 Milliarden Euro ansteigen.

Wie aktuelle Auswertungen der Europäischen Umweltagentur zeigen, gehen derzeit vor allem Staaten wie Griechenland, Portugal, Tschechien, die Slowakei, Spanien oder Luxemburg von einer Übererfüllung ihrer Ziele aus. Diese Länder wären potenzielle Verkäufer von Emissionszertifikaten. Dass sie auf einem guten Pfad sind, liegt auch an der Architektur der EU-Ziele. Da die Reduktionsziele primär nach dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf berechnet werden, haben wirtschaftlich schwächere Länder deutlich niedrigere Vorgaben als reichere Staaten wie Österreich, die ihre Emissionen um bis zu 50 Prozent senken müssen.

Lob für Ausbau erneuerbarer Energien

Positiv hervorgehoben wird im OECD-Bericht der Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich, die bereits 86 Prozent der Stromerzeugung ausmachen. Für die Erreichung der Klimaneutralität fordert die Organisation jedoch tiefgreifende Reformen. Dazu zählen ein rascher Abbau umweltschädlicher Subventionen, eine stärkere föderale Zusammenarbeit sowie striktere Maßnahmen gegen den hohen Flächenverbrauch und die Bodenversiegelung.