Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) übt scharfe Kritik an der von der EU-Kommission vorgestellten Strategie für Mini-Kernkraftwerke (Small Modular Reactors, SMR).
Ein breiter und wirtschaftlicher Einsatz von kleinen SMR-Reaktoren (Small Modular Reactors) in Europa ist frühestens in den 2040er-Jahren realistisch. Zu dieser Erkenntnis kommt das Umweltbundesamt (UBA) in einer vom Umweltministerium in Auftrag gegebenen Studie. Minister Norbert Totschnig (ÖVP) erneuerte in einer Aussendung am Sonntag seine Kritik an der im März von der EU-Kommission vorgestellten SMR-Strategie.
"Small Modular Reactors sind weder eine rasch verfügbare noch eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung für die aktuellen klima- und energiepolitischen Herausforderungen Europas", so Totschnig. Es sei nicht nachvollziehbar, dass "die EU-Kommission auf eine Technologie setzt, die erst entwickelt werden muss, während sichere, kostengünstigere und sofort verfügbare erneuerbare Alternativen bereits heute zur Verfügung stehen". Österreich lehne die Finanzierung von SMR mit EU-Geldern ab und setze stattdessen auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Zudem müssen für die Art der Reaktoren "dieselben hohen Sicherheitsanforderungen gelten wie für große Kernkraftwerke", hieß es weiter.
Laut UBA-Studie ist derzeit kein SMR in Europa in Betrieb oder im Bau. SMR können daher keinen relevanten Beitrag zur kurzfristigen Dekarbonisierung und Klimaziel-Erreichung leisten. Projekte außerhalb Europas zeigen zudem deutliche Kostensteigerungen und Verzögerungen. Im Vergleich zu erneuerbaren Energien seien SMR "deutlich teurer und wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig", kam das UBA laut Aussendung zum Schluss.